Josefine Söllradl ist tierliebend, bezeichnet ihre insgesamt vier Katzerl liebevoll als „Fellkinder“. Das Schicksal von Kater „Mucki“ trifft die 59-Jährige besonders: „Wir vermuten einen Katzenhasser in der Nachbarschaft.“ Blutüberströmt sei Stubentiger „Mucki“ am Montag zurück nach Hause gekommen – hinkend und maunzend –, ein Projektil steckte in seiner rechten Hinterpfote. „Schon am Pfingstmontag hat es ihn einmal erwischt – da wurde ,Mucki’ mit einem Kleinkalibergewehr angeschossen.“ Damals erlitt er einen Trümmerbruch an der Schulter. Konkrete Hinweise auf den Täter gab es vorerst keine.
Dass Ried im Traunkreis ein gefährliches Pflaster für Tiere ist, zeigt auch Igel „Philis“, gern gesehener Gast im Söllradelschen Garten: „Den haben wir in der Tierklinik versorgen müssen, auch er wurde angeschossen.“ Söllradl beobachtet in der letzten Zeit auch immer wieder tote Tauben auf der Straße.
„Mucki“ befindet sich jedenfalls wieder auf dem Weg der Besserung: „Ich habe ihn nach der Operation gleich mit nach Hause nehmen können. Der Knochen ist gebrochen, jetzt darf er fünf Wochen nicht in den Garten – das ist schlimm für einen jagenden Freigänger wie ihn.“
Warum Menschen Tiere quälen
Die Linzer Psychiaterin Heidi Kastner sieht in Tierquälerei zwei Motive: „Zum einen kann es ein gezielter Racheakt sein, dann ist es eine normale kriminelle Handlung. Jemand wollte etwas kaputt machen, was dem Besitzer viel bedeutet. Auch sadistischen Hintergründe können zum Quälen von Tieren führen.“
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