Um den Stand der Volksschule Lichtenberg scharen sich Neugierige jeden Alters: Alexander lässt einen Golfball auf eine Lage Mehl plumpsen, wiederholt den Vorgang mit einer Glasmurmel. Das macht einmal einen großen, dann einen kleinen Abdruck. Gut zu wissen: So ein Golfball, auf kosmische Maßstäbe vergrößert, würde beim Einschlag auf der Erde alles Leben vernichten. „Da würde ganz schön viel Mehl stauben!“, sagt Alex.
Auch Stefan (8) bleibt nicht untätig: Er rührt mit einem Holzstäbchen in einer grünlichen Suppe. Die Ingredienzen sind Leinöl und Aluminiumpulver. Auf einer Herdplatte erhitzt, bildet das Pulver eine körnige Struktur, „genau wie auf der Sonne, dort heißen diese Gebilde Granulen“, erklärt der Jungforscher. Die Frau Direktor steht sichtlich stolz dabei: Für ein maßstabsgerechtes Modell unseres Sonnensystems haben die Lichtenberger Volksschüler schon einen EU-Nachwuchsforscherpreis gewonnen.
41 Projekte haben Schulen aus ganz Österreich an den beiden Science-on-Stage-Tagen an der Linzer Uni präsentiert. Beobachten, beschreiben und mitteilen, diese Grundfertigkeiten sollten sie unter Beweis stellen. Zwei Monate haben beispielsweise die Munderfinger Hauptschüler an ihren Versuchen getüftelt, in denen es um die Verbindung von Physik und Musik geht. Da lernt man, wie man mit einem gespannten Gummiringerl die Tonhöhe moduliert und wie sich Weckertöne auf verschiedenen Unterlagen anhören.
Außer Konkurrenz am Start war die HTL Bregenz, die für ihre High-Tech-Experimente über die schädlichen Folgen des Rauchens schon einmal einen Science-Preis gewonnen hat. Wenn man da im Selbstversuch erfährt, dass man nach einer Zigarette einen Rekordwert an Kohlenmonoxid in der Atemluft hat, wird man von der Sucht vielleicht sogar geheilt.
„Science on Stage“ ging heuer zum vierten Mal über die Bühne. Die Initiative will mit innovativen Lehrkonzepten und fächerübergreifenden Projekten Schüler aller Schultypen für die Naturwissenschaften begeistern. Zusammen mit der Kepler-Universität wurde in zwölf Stunden ein breites Spektrum an Präsentationen, Vorträgen, Bühnenspielen und Workshops geboten. Die gelungensten Projekte werden Österreich beim europäischen Festival 2011 in Kopenhagen vertreten (www.scienceonstage.at).
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