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Oberösterreich

Sexopfer schreiben Buch über Qualen

ST. FLORIAN. Sie sehen aus wie du und ich. Doch sie schleppen ein dunkles Geheimnis mit sich herum. Was Sexopfer für immer verloren haben: den Glanz in ihren Augen. Jetzt schließen sich einige zusammen und schreiben an einem Buch.

Mit dem Tag, an dem Anna Hasibether ihren ganzen Mut zusammenfasste und über die Qualen in ihrer Kindheit sprach, löste sie auch bei anderen Opfern eine Welle der Tapferkeit aus. Permanent scheppert seither ihr Telefon, permanent stehen auch andere Sexopfer auf, um über die Torturen zu sprechen, wöchentlich flattern Briefe ins Haus.

„Das ist die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer sieht viel schlimmer aus“, sagt Hasibether aus St. Florian am Inn. Ihren Entschluss, sich öffentlich als Vergewaltigungsopfer zu outen, hat sie nie bereut. Grund genug, ein Buch zu verfassen, an dem sich auch andere Opfer beteiligen. „Verleger haben wir noch keinen, weil wir uns Zeit lassen wollen. Und immer ist man nicht in der Lage, über die Torturen zu schreiben. Schwierig ist, einen passenden Titel zu finden. Aber auch das wird uns gelingen.“ Hasibether absolviert übrigens im Moment eine Peer-Ausbildung, um offiziell als Opfer andere Opfer betreuen zu dürfen.

Während die Innviertlerin als Kind vergewaltigt wurde, kann es eine Mutter noch immer nicht fassen, dass ihre Tochter vom Vater sexuell missbraucht worden ist. „Erst nach der Scheidung, als wir ausgezogen waren, meinte sie froh zu sein, weil sie der Papa in der Nacht nicht mehr aufwecken kann“, sagt die sichtlich betroffene Frau.

Sie ist traurig, weil sie die Situation nicht erkannt hat und ihr Kind in Nöten nicht beschützen hat können. „Ich kann nur allen Müttern nahelegen, ihren Kindern genau zuzuhören. Lassen Sie Ihre Kinder ausreden.“

Erst Jahre später hat ein weiteres Sexopfer über die Qualen in seiner Kindheit reden können. Die Frau war von ihrem um zwei Jahre älteren Bruder missbraucht worden. „Immer wenn die Eltern nicht da gewesen sind, Gelegenheit macht Diebe“, sagt die Frau. Besonders schwierig sei es für Sexopfer, die Schuldgefühle loszuwerden. „Man hat null Selbstwertgefühl und glaubt, an all dem Ärger selbst schuld zu sein.“

Wer beim Buch mitschreiben will: Anna Hasibether ist unter der Telefonnumer 07719-7709 zu erreichen.

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Ich finde den Ausdruck "Sexopfer" falsch. · von 2good4U (2717) · 25.01.2010 11:03 Uhr

Denn die betroffenen Opfer sind Missbrauchsopfer, in ihrem Fall von sexuellem Missbrauch.

Durch Bezeichnungen wie "Sexopfer" wird Sex in ein schlechtes Licht gerückt, dabei ist Sex einer der schönsten Dinge die es gibt.

Aber "Missbrauch" verkauft sich halt nicht so gut als Schlagzeile, schließlich sind wir ja alle schaft darauf den Dreck anderer Leute aufzudecken. Denn solange wir über andere richten können, brauchen wir uns nicht um unsere eigenen Fehler kümmern.

Z.B. die "Inzuchtgeschichte". Genau das Gleiche. Hier ging es auch um Freiheitsberaubung, Missbrach, Vergewaltigung. Aber das interessiert keinen, weil Inzucht ja viel schmutziger klingt. Schlimm genug was den Opfern passiert ist, so haben die Medien alles getan um ihre Lage noch zu verschlimmern.

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Richtig: Sexopfer ist irreführend... · von stoeffoe (9476) · 25.01.2010 13:52 Uhr

... sogar verniedlichend.

Es ist ja bekannt, dass sexueller Missbrauch mehr mit Macht zu tun hat als mit Eros.
Die sadistische Befriedigung ist halt auf diesem Weg am leichtesten zu erreichen, einerseits, weil sie dem Täter körperlich sichtbar und spürbar wird, andererseits, weil der Raub der sexuellen Integriät die wirkungsvollste Form der Unterdrückung ist.

So mancher, der seine (uns alle innewohnenden !) diesbezüglichen Begierden noch unter Kontrolle hat, aber heimlich mit solchen Taten sympathisiert, wird das wohl per "hab di ned so" abtun. Ist ja nur Sex, und wir wissen ja, dass manche daran weniger Spaß haben ...

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Implosion der heilen Familie · von herbertw (13551) · 25.01.2010 09:19 Uhr

Wenn man, so wie ich, im tiefkonservativen Umfeld aufwächst, weiß man, was Vertuschen, Verschweigen und „unter den Teppich kehren“ wirklich bedeutet.
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Das konservative Herren-Menschen-Gehabe der – brav am Sonntag in die Kirche gehenden – Primaten schreckt auch vor Belästigungen sexueller Art nicht zurück, wenn die Weinstimmung die ausgefressene Fratze des Dorfkaisers längst zu einer abschreckenden Larve verkommen ließ.
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Die „Emanzipation der Frau“ wäre niemals ohne linke Aktivisten zum Thema geworden. Und sie passt HEUTE NOCH NICHT in das katholisch-hierarchische Menschenbild erzkonservativen Zuschnitts.
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Alle HEILEN FAMILIEN, die dunkle Geheimnisse mit sich herumtragen, kann ich nur inständig bitten: „Deckt die Sauereien auf, lasst das Kartenhaus implodieren. Es wird NACHHER BESSER sein.“

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Artikel 25. Januar 2010 - 00:04 Uhr
Von Martina Weidenholzer
Bild vergrößern Opfer schreiben Buch über ihre Qualen

Reden fällt Sexopfern schwer, Malen oder Schreiben hilft.  Bild: Repro: weid

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