Nicht nur dunkelhäutige Menschen sind in öffentlichen Verkehrsmitteln Ziel von Attacken. Bild: Weihbold
„Abendland in Christenhand“ und „Neger raus“ schallte es vor wenigen Tagen durch eine Straßenbahn in Linz, berichtet ein OÖN-Leser. Und wie im Fall von Marie Simonet (30), die am 26. Juni in einem Linzer Bus rassistisch angepöbelt wurde, griff niemand ein.
„Bei Rassismus oder anderen Formen von Diskriminierung spielt das Geschlecht immer eine entscheidende Rolle“, sagt Sonja Fercher von der Anti-Rassismus-Organisation ZARA in Wien. „Dunkelhäutige Männer werden stereotyp als Drogenkriminelle und sexuell aggressiv angesehen, Frauen als Prostituierte bezeichnet.“ Jährlich werden ZARA rund 1000 Fälle von Rassismus aus ganz Österreich gemeldet. Die Dunkelziffer ist jedoch höher, da bei Weitem nicht jeder Fall gemeldet wird und Österreich kein einheitliches Antidiskriminierungsgesetz hat.
Die meisten rassistischen Übergriffe finden in öffentlichen Verkehrsmitteln statt, wobei Augenzeugen oft keine Zivilcourage zeigen und einfach wegschauen. Eine Erfahrung, die auch Marie Simonet machen musste. Viele Opfer scheuen davor davor zurück, ihren Fall publik zu machen.
Worte als Vorstufe
„Wir haben aus Linz immer wieder Meldungen“, sagt Fercher. Zwei dokumentierte Beispiele: Ein Mann österreichischer Herkunft beschimpft einen anderen Mann in einer Straßenbahn als „Türken-Prolosau“ und wirft ihm vor, seine Frau zu schlagen und seine Kinder sexuell zu missbrauchen. Oder: Ein Pensionist beschimpft einen dunkelhäutigen Fahrgast mit „Des G’sindl, des G’frast. Die Neger stehlen eh nur, man kann es ja eh ständig in der Zeitung lesen.“
„Die Auswirkungen rassistischer und sexistischer Gewalt durch Sprache dürfen nicht unterschätzt werden. Der Umgang mit Sprache reflektiert das zwischenmenschliche Klima innerhalb einer Gesellschaft und kann physischer Gewaltbereitschaft gegenüber dunkelhäutigen Menschen oder anderen ethnischen Gruppen in Österreich Vorschub leisten“, sagt Fercher. Im Gegensatz zum Fall von Marie Simonet werden viele Attacken jedoch nie öffentlich: „Betroffene sollten sich daher nicht scheuen, uns von derartigen Vorfällen zu informieren“, so Fercher.
Reaktion der Stadt Linz
Zur Attacke auf Marie Simonet reagierte auch gestern der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch: „Dieser Vorfall tut mir persönlich sehr leid, und ich möchte mich bei Frau Dr. Simonet dafür entschuldigen. In einer Stadt wie Linz, die Friedensstadt und Europäische Kulturhauptstadt ist, haben Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass absolut nichts verloren.“
Waren vor einigen Jahren noch pöbelnde Ausländer DER Diskussionsstoff in der Bevölkerung und eine 8 mal so hohe Ausländerjugendkriminalität im deutschen Wahlkampf Hauptthema,hat sich die "Realität" völlig gewandelt! Gewalttätige,rassistische Deutsche und Österreicher allerorts! Was ist da geschehen? Habe ich in der "Berichterstattung" der Medien etwas versäumt?
ich wundere mich über dein posting !
ist ein übergriff (oder untergriff) "NORMAL" in deinen augen ???
woppl, der wunderlichmensch !!
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