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„Das Schweigen im Bus war schlimmer als die Attacke“

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Marie Simonet (Weihbold)  Bild: VOLKER WEIHBOLD

LINZ. Die Linzer Ärztin Marie Simonet (30) wurde am 26. Juni in einem Linzer Bus schwer rassistisch angepöbelt. Im OÖN-Interview spricht sie über ihre bisherigen Erfahrungen.

OÖN: Frau Doktor Simonet, Ihre Eltern sind Akademiker aus Kamerun, Sie sind 1979 in Linz geboren, in Österreich aufgewachsen und haben in Wien studiert. War der rassistische Angriff vom 26. Juni der schlimmste Vorfall, den Sie bis jetzt erlebt haben?

Simonet: In der Dimension ist es mir bis zu diesem Tag noch nicht passiert. Was mich besonders betroffen gemacht hat, war nicht so sehr die unqualifizierte Attacke, sondern das Schweigen und Akzeptieren der anderen Fahrgäste im Bus. Hätten sie auch dann untätig zugesehen, wenn ich körperlich angegriffen worden wäre?

OÖN: Haben Sie den Eindruck, dass sich rassistische Verbalangriffe in jüngster Zeit häufen?

Simonet: Von meiner subjektiven Wahrnehmung aus muss ich das leider bejahen. Als ich Anfang der 1990er-Jahre in Linz das Fadinger-Gymnasium besuchte, war die Frequenz von derartigen Verbalattacken geringer. Das hat sicher in den vergangenen Jahren zugenommen.

OöN: Glauben Sie, dass die von manchen politischen Parteien teilweise bewusst geführten ausländerfeindlichen Wahlkämpfe dazu beigetragen haben?

Simonet: Ich glaube, dass Slogans wie „Abendland in Christenhand“ und andere teilweise auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Für viele ist das möglicherweise auch ein Signal gewesen, sich jetzt zu trauen und die Feindlichkeit auch offensiv zu zeigen, was vorher vielleicht nur verborgen war.

OÖN: Wie Sie selbst ein Beispiel dafür sind, sind Sie dunkelhäutig und überzeugte Christin. Kommt Ihnen dann dieser Slogan nicht völlig absurd vor?

Simonet: Ich muss natürlich schmunzeln, wenn ich mir vorstelle, ich nehme den Slogan beim Wort und stelle mir vor, wie dann die Reaktionen wären, wenn mich die Macher dieses Spruches kennen lernen würden.

OÖN: Wie sehen Sie jetzt die privaten und beruflichen Reaktionen, als Sie Ihren Fall in den OÖN publik gemacht haben?

Simonet: Ich bin überwältigt von den Reaktionen und der Anteilnahme – sowohl in den OÖNachrichten, als auch im beruflichen und privaten Umfeld, die ich jetzt erhalten habe. Das zeigt mir, dass nicht alle diese Angriffe tolerieren und akzeptieren. Es lässt mich auch hoffen, dass es ein Anstoß ist, dies nicht einfach hinzunehmen und auch aktiv dagegen etwas zu tun.

11 Kommentare
Bitte die Ärztin Dr. Simonet um Entschuldigung.. · von guntermarthyn-koeberl__ · 04.07.2009 23:40 Uhr

und um Verständnis!
Wäre ich in der Strassenbahn gewesen, hätte ich als Bühnensänger sofort ein Lied geträllert, dass man diese Worte der Frau nicht mehr gehört hätte! Es gibt aber nicht lauter Bühnenleute und so war die "Schweigsamkeit" ein Zeichen, dass man mit der Meinung der Frau überhaupt nicht übereinstimmt! Sehr bedenklich wäre es gewesen, hätte diese Frau noch Unterstützung bekommen! Sicher war dann die "Ruhe" beklemmend und das beleidigende Wort ohne "Störung"! So gerne wäre ich dort zum Einsatz gekommen, aber ich bitte Sie liebe Frau Dr. Simonet um Entschuldigung, im Namen dieser aus welchen Gründen auch immer "Unzufriedenen Frau"! Es gibt in jedem Land gute und böse und kranke Menschen! Wir haben bei uns eine schon "Allen" bekannte Frau, die "Schreit und Schimpft"! In meiner Anwesenheit aber nicht, weil ich nicht aufgebe, sie freundlich und höflich mit Respekt zu grüssen! Als Ärztin verstehen Sie sicher um welches Verständnis ich "Bitte"!

 
Integration kann nur gelingen wenn beide Seiten... · von quwerdenker · 03.07.2009 23:07 Uhr

Diese Ärztin ist sicher nicht die Ausnahme einer guten Integration,es gibt solche wie sie genug in Österreich, damit meine ich sie hat sich unserer Gesellschaft nicht nur angepasst, sondern sie respektiert auch unsere Kultur und unsere Gesellschaftsformen.
Leider aber gibt es viel zu viel andere ("Migranten"), ich nenne sie hier Neo-Österreicher, die sich nicht in unsere Gesellschaft einbringen wollen die weder unsere Kultur noch unsere moralischen Werte tolerieren, geschweige dem akzeptieren wollen.
Und ich bin nicht erst einmal (ich lebe in Wien) als scheiß Österreicher, oder gar Nazi bezeichnet worden, manche gehen soweit das sie einen anspucken nur weil man irgendwo steht und nicht rasch den Weg freimacht für die Herren/Damen Neo-Österreicher.
Aber ich werde das ab jetzt auch bei ZARA melden nur um zu sehen ob sie mir bei rassistischen Übergriffen dieser Art auch behilflich sind.
Und so könnte ich mir auch vorstellen das die alte Dame schon schlechte Erfahrungen machte.

 
Ausländerfeindlichkeit · von linz09 · 03.07.2009 21:07 Uhr

ist kein "WEISSES" Problem.Südafrikanische Schwarze ermordeten oder verstümmelten voriges Jahr hunderte "Schwarze Brüder",die sich erlaubten,vor einem Bürgerkrieg nach Südafrika zu flüchten! DAS ist INTEGRATION!

 

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