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Oberösterreich

Zweifacher Lebensretter sitzt nach Unfall selbst im Rollstuhl

NATTERNBACH. Der Lkw-Fahrer Jörg Ballsieper fühlt sich im Stich gelassen und will Krankenhäuser klagen.

Zweifacher Lebensretter sitzt nach einem Unfall selbst im Rollstuhl

Jörg Ballsieper hat eine inkomplette Querschnittlähmung. Bild: wal

Zwei Menschen hat Jörg Ballsieper schon das Leben gerettet. Doch als für ihn selbst ein Leidensweg begann, der ihn vom gesunden Menschen zum Querschnittgelähmten machte, waren keine helfenden Hände zur Stelle.

Der gebürtige Deutsche, der mit seiner Familie in Natternbach (Bezirk Grieskirchen) lebt, war viele Jahre Lastwagenfahrer. Er hat einiges erlebt während seiner Zeit im Fernverkehr: Er rettete einen schwerverletzten Kollegen, der ihm in seinen Sattelschlepper gekracht war, eine junge Frau, deren Auto sich überschlagen hatte, und im Dezember 2015 wurde auf der A1 bei Vorchdorf von einem Heckenschützen auf seinen Lkw geschossen. Er kam mit dem Schrecken davon, als auf das Führerhaus des Lkw geschossen wurde. Die OÖNachrichten berichteten damals (hier geht's zum Archiv-Bericht).

Von Gabelstapler zerquetscht

Doch als Jörg Ballsieper am 1. Februar 2016 im Chemiepark Linz seinen Sattelschlepper belud, fuhr ihn ein fünf Tonnen schwerer Gabelstapler an, schob ihn über den Aufleger, quetschte ihn gegen die Wand und stellte eine schwere Palette auf ihn drauf.

Im Krankenhaus wurden nur seine Fleischwunden behandelt und seine schmerzende Schulter geröntgt. Aber danach verlor Ballsieper mehrmals für einige Tage das Gefühl in den Beinen. Zunächst hieß es, er habe eine schwere Steißbeinprellung, dann, dass sein Kreuz- und Steißbein zertrümmert seien. Am 23. Februar 2017 kam er wieder wegen Lähmungserscheinungen ins Spital: "Dort lag ich 16 Tage unbehandelt auf der Orthopädie. Ich habe in dieser Zeit einen Rückenmarksinfarkt bekommen. Seither sitze ich im Rollstuhl."

Jetzt will Ballsieper die Firma des Staplerfahrers und drei Krankenhäuser in Oberösterreich klagen, weil er sicher ist, dass vieles vermeidbar gewesen wäre, hätte man ihn von Anfang an besser untersucht. Zudem will er erreichen, dass seine inkomplette Querschnittlähmung von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) als Folge des Arbeitsunfalls anerkannt wird. Dafür war er ab 13. April vier Wochen in einem Reha-Zentrum der AUVA, nun wartet er auf eine Entscheidung.

"Es frisst mich auf"

"Wir bemühen uns, so schnell wie möglich zu arbeiten", sagt Edith Inreiter, Leiterin der Leistungsabteilung der AUVA Linz. "Aber bei schwierigen Fällen benötigen wir aufwendige Gutachten, die seriös aufbereitet sein müssen." Sollte ein Versicherter einen Leistungsanspruch haben, erhält er punktuelle Unterstützung, wie für den Umbau seiner Wohnung, bei um 20 Prozent verminderter Erwerbsfähigkeit auch eine Versehrtenrente.

Bis eine Entscheidung gefallen ist, muss Jörg Ballsieper warten. Er, der anderen Menschen geholfen hat, fühlt sich im Stich gelassen: "Und das frisst mich auf."

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Artikel Luise Walchshofer 18. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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