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Oberösterreich

Wirbel an Sonderschulen: Aus für Integrationsklassen?

LINZ. Schulversuche werden nur noch an fünf Prozent der Schulen genehmigt – Landesschulrat will Minister-Weisung umgehen.

Wirbel an Sonderschulen: Aus für Integrationsklassen?

Aufregungen um den gemeinsamen Unterricht in Sonderschulen (Colourbox) Bild: DDM- DAVID BECUS PHOTOPQR/LA DE

Eine Weisung aus dem Bildungsministerium lässt die Wogen an den Sonderschulen im Land hochgehen. In zahlreichen Sonderschulen waren in den vergangenen Jahren Integrationsklassen eingerichtet worden, um beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder gemeinsam zu unterrichten. Da dies in der Sonderschule nicht vorgesehen ist, mussten Schulversuche beantragt werden.

Doch die ministeriale Weisung schiebt dieser Praxis nun einen Riegel vor. Denn ab Herbst dürfen nur noch fünf Prozent aller Schulen pro Bundesland einen Schulversuch durchführen.

Damit droht nun den Sonderschulen, dass sie ihren Schulversuch verlieren. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer will sich jedoch dagegen wehren und diese I-Klassen weiter unterstützen. Denn nicht jedes Kind könne in die Regelschulen integriert werden, sagt er. Es sei besser, die Sonderschulen für alle zu öffnen: "Diese Schulen leisten sehr gute Arbeit im Sinne unserer Kinder."

"Kunstgriff" als Lösung

In Oberösterreich sind laut Landesschulrat bis zu zehn Schulen betroffen, etwa in Gallneukirchen, Wels, Gmunden, Alkoven und Peuerbach. Hier ist die Aufregung groß: "Wir sind vor den Kopf gestoßen. Wir wissen nicht, wie es weitergeht", sagt etwa Katja Hattmansdorfer, Elternvereinsobfrau der Martin-Boos-Schule in Gallneukirchen.

Im Integrativen Sonderschulzentrum Dr.-Schärf-Schule in Wels sammelte der Elternverein 5000 Unterschriften, nun soll mit einer Online-Petition weiter Druck gemacht werden. In Gmunden, wo die Nikolaus-Lenau-Schule gerade um 5,2 Millionen Euro saniert wird, wehrt sich Bürgermeister Stefan Krapf: "Die Entscheidung ist nicht nachvollziehbar."

Enzenhofer versucht zu beruhigen. Alle geplanten ersten Klassen könnten im Herbst starten: "Wir haben uns einen Kunstgriff überlegt." Dabei sollen die I-Klassen zwar organisatorisch einer Volksschule zugeordnet werden, aber weiterhin an den Sonderschulen bleiben. "Damit bleibt für die Kinder alles beim Alten." Auch im Ministerium will man sich dafür einsetzen, eine Lösung für diese Schulen zu finden.

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Artikel Herbert Schorn 06. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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