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Oberösterreich

Wie viel Handy verträgt die Schule?

LINZ. Italien will Schülern erlauben, ihr Smartphone in der Klasse zu verwenden. In Oberösterreich regeln die Schulen den Handy-Umgang – sehr konträr – selbst.

Wie viel Handy verträgt die Schule?

Bild: Colourbox

Heftig diskutiert wird in Italien der Vorstoß von Bildungsministerin Valeria Fedeli: Sie will Schülern erlauben, ihre Smartphones mit in die Klasse zu nehmen. Denn Smartphones seien Instrumente, die unter Aufsicht von Lehrern und Eltern das Lernen erleichtern könnten. Ab morgen entwirft eine Kommission dafür Regeln.

In Oberösterreich löst das Thema ebenfalls Kontroversen aus. Jede Schule regelt selbst, ob und in welchem Ausmaß sie ihren Schülern die Verwendung des Smartphones erlaubt. Das Spektrum reicht vom Handyverbot bis zum offensiven Einsatz:

 

1. Gänzliches Handyverbot:

Die Neue Mittelschule Promenade in Steyr hat sich nach einem Beschluss im Schulforum zu einem "Handyverbot mit Aufklärung" entschlossen. Seit Schulbeginn gibt es in allen Klassen kleine Schließfächer, in denen die Schüler Wertsachen verstauen können. Dort muss auch das Smartphone abgelegt werden, sagt Direktorin Eva-Maria Stöllnberger: "Wenn die Schüler in die Schule kommen, schalten sie es aus und sperren es dort ein." Heraus darf das Handy nur im Notfall oder wenn es, fallweise, im Unterricht eingesetzt wird. Wird ein Schüler mit Handy erwischt, landet das Gerät bei der Direktorin. Von ihr können es die Eltern abholen: "Dabei führen wir auch ein Gespräch über den richtigen Umgang." Überhaupt wird das Thema Aufklärung groß geschrieben: "Wir machen dazu Elternabende, führen Projekte durch, Lehrer bilden sich fort."

2. Die Mischform:

Zweigeteilt sind die Regelungen am Europagymnasium Auhof in Linz. Schüler der Unterstufe müssen das Handy ausgeschaltet in der Schultasche verwahren. Auch in der Pause ist chatten, smsen oder telefonieren ein No-Go. Die Regelung wurde vor vier Jahren auf Antrag der Eltern im Schulgemeinschaftsausschuss beschlossen. "Das ist bei uns zur Schulkultur geworden", sagt Direktor Gottfried Jachs. "Da gibt es keine Diskussionen mehr." Zur Ablenkung dürfen die Schüler der ersten, zweiten und dritten Klassen in der Früh und in den Pausen in den Turnsaal. Auch die Oberstufenschüler haben ihr Handy meist ausgeschaltet im Rucksack. "Im Unterricht dürfen sie aber verwendet werden", sagt Jachs.

3. Der offensive Einsatz:

In der Neuen Mittelschule 6 in der Welser Vogelweide ist das Smartphone grundsätzlich gerne gesehen, schließlich hat die Schule einen Schwerpunkt auf Informationstechnologie. "Wir integrieren es als Arbeitsgerät in den Unterricht", sagt Direktorin Henriette Steinauer. "Es geht uns nicht ums Chatten oder um Facebook, wir wollen ihnen die Möglichkeiten des Smartphones zeigen." Aber auch hier gilt die Regel: in der Pause bleibt das Handy in der Schultasche. Eingesetzt wird das Handy etwa im Mathematik-Unterricht. Da gibt es zum Schulbuch eine eigene App, etwa mit Videos, die den Lehrstoff erklären. "Wir sind im digitalen Zeitalter, man muss mit der Zeit gehen", sagt die Direktorin. "Es sollten viel mehr Schulen umdenken."

 

Handy an Schulen: der österreichische Weg

Im Schulunterrichtsgesetz gibt es nur wenig Bestimmungen zum Thema, sagt Landesschulinspektor Werner Schlögelhofer. Bei Prüfungen, Tests und Schularbeiten sei das Smartphone jedenfalls verboten. Und: „Wenn das Handy abgenommen wird, muss es spätestens am Ende des gleichen Unterrichtstages wieder zurückgegeben werden.“ Wann Schüler das Smartphone verwenden dürfen, regelt die Schule in der Hausordnung.

Ob Handys im Unterricht eingesetzt werden, hängt vom Lehrer ab: „Er ist in der Wahl seiner Unterrichtsmittel frei.“ So wie es oberösterreichweit mehrere Tablet-Klassen gibt, bestehen auch einige Handy-Klassen.

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Artikel Herbert Schorn 14. September 2017 - 00:04 Uhr
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