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Oberösterreich

"Weg vom Häuserbauen, hin zu den Menschen"

GALLNEUKIRCHEN. Das Evangelische Diakoniewerk Gallneukirchen: ein neuer Dreier-Vorstand und viele neue Herausforderungen.

Die Vorstände Wettreck, Scharinger, Thaler (v. li.), Winkler (Kuratorium) Bild: Alexander Schwarzl

Es war eine ganz besondere Feierstunde gestern Nachmittag in der Evangelischen Christuskirche in Gallneukirchen: Bei einem Gottesdienst wurde der neue Dreier-Vorstand des Evangelischen Diakoniewerks offiziell eingeführt. Vorstandsvorsitzender ist der Astener Josef Scharinger, ihm zur Seite stehen Heinz Thaler und Rainer Wettreck. Es gilt, große Herausforderungen zu meistern. So lautet eine Botschaft: "Weg vom Gebäudeerrichten, hin zu den Menschen."

"Es ist eine lange Diskussion vorausgegangen", sagte Kuratoriumsvorsitzender Wolfgang Winkler zum neuen "Dreier-Vorstand". Anfang 2017 hatte Rektorin Christa Schrauf ihre Funktion zurückgelegt.

Der Blick ist in die Zukunft gerichtet: "Wir haben ein super Team, das in dem Übergangsjahr super gearbeitet hat", sagt Scharinger, der ebenso wie Thaler seit 2003 Vorstandsmitglied ist. Die Zukunft wird Veränderungen mit sich bringen müssen. "Wir müssen endgültig weg von einer Logik des Bauens und Versorgens", sagt Scharinger: "Wir sehen es an der Pflegediskussion. Es ist viel zu kurz gegriffen, wenn wir über Heimplätze reden. Die Menschen wollen da nicht hin, das merken wir am Siegeszug der 24-Stunden-Betreuung. Wir müssen also über Leistung reden, die bei den Menschen ankommen muss. Damit sie dort leben können, wo sie wohnen und bleiben möchten. Da geht es nicht um ein bisserl herumreformieren. Da geht es darum, einzugreifen und weiter zu bauen und über neue Formen des Zusammenlebens nachzudenken (lesen Sie auch eine Bericht auf Seite 15). Hier möchten wir eine Vorreiterrolle spielen."

Auch die "Einsamkeit" älterer Mitmenschen werde künftig zum Thema werden: "Das zeigen Beispiele in anderen Ländern. Es gibt erste Projekte, damit es heißt: Allein sein ja, aber nicht einsam."

Video: Der neue Dreier-Vorstand im Interview

Aus budgetärer Sicht sei der gemeinnützige Verein laut Heinz Thaler "gut aufgestellt", auch wenn nach dem Sparkurs des Landes bei der Behindertenarbeit bis zu 15 Prozent weniger Geld zur Verfügung steht und "an jeder Schraube gedreht werden muss".

Der 58-jährige Pfarrer Wettreck, er kommt aus der Pfalz in Deutschland, ist neu im Vorstand. Er wird sich schwerpunktmäßig um die Diakonische Identitätsentwicklung und die theologisch-diakonische Praxis kümmern.

Diakoniewerk

„Das Diakoniewerk ist im Laufe seiner 144-jährigen Geschichte ordentlich gewachsen“, sagt Vorstandsvorsitzender Josef Scharinger: „Wir sind heute, ausgehend von Oberösterreich, als Kernland in fünf Bundesländern tätig, haben drei Auslandsstandorte und 3800 Mitarbeiter.“ Kernbereiche sind unter anderem: Angebote für Menschen mit Behinderung, Menschen im Alter, Gesundheit, Bildung.

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Artikel OÖN 17. April 2018 - 00:04 Uhr
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