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Oberösterreich

„Was soll ich den vielen Menschen sagen, die um dich, um euch trauern?“

NUSSBACH. Hunderte Menschen nahmen am Freitag in Nußbach Abschied von Theresa Hornhuber.

„Was soll ich den vielen Menschen sagen, die um dich, um euch trauern?“

Auch Melissa ist Freitag Abend verabschiedet worden. Die Beerdigung von Annette Wiesmayr findet am Sonntag statt. (kerschi) Bild: Firma foto-kerschi.at

Die Sonne tut sich schwer, die dicke Wolkendecke zu durchbrechen. Es scheint fast so, als wolle sie nicht all ihre Kraft entwickeln, um den Himmel strahlend blau zu machen. Es scheint, als halte sie sich zurück, wolle nicht leuchten, zumindest nicht so grell – an so einem Tag. Die kleine Gemeinde Nußbach, Heimat und Lebensmittelpunkt der vor einer Woche tödlich verunglückten Theresa Hornhuber, trauert. Die Menschen, die man sieht, sind schwarz gekleidet. Einige halten Sonnenblumen in Händen, andere Rosen: rote, weiße... . Heute müssen sie Abschied nehmen von einer der Ihrigen. Es wird der schwerste Weg für Familie, Angehörige, Freunde und Wegbegleiter.

Berührende Abschiedsworte

„Heute stellen wir uns der Wirklichkeit. Das tragische Unglück wird das Leben der Familie und das Leben im Ort verändern. Alles scheint so sinnlos. Wir spüren die Ohnmacht, es fehlen uns die Worte. Und dennoch gehört Veränderung zu unserem Leben. Wir müssen sie zulassen.“ Es sind diese Worte, die Pfarrer Gabriel Ertl als erstes an die Trauergäste richtet. „Who can say where the road goes ...“ Mit Enyas Song „Only time“, gesungen vom örtlichen Chor, wird Theresa in die Kirche geleitet. Der Kranz auf dem schlichten Holzkreuz hat die Form eines Herzens. Die Kirche, sie kann die vielen Trauergäste kaum fassen. Viele müssen stehen – in den Seitengängen, den Aufgängen zur Empore, im Beichtraum.

Mit der Geschichte des kleinen Prinzen beginnt dieser Trauergottesdienst. Es ist ein Wunsch der Familie. Die Fürbitten, vorgetragen von Freunden, erinnern an eine Theresa, die vor Lebensfreude sprühte und andere ansteckte – an eine junge Frau, die mit ihrer Offenheit andere berührte. Sie erinnern an einen Menschen, der Kinder über alles geliebt hat und sicher eine kompetente und engagierte Lehrerin geworden wäre. „Theresa, wir danken dir für die gemeinsame Zeit, die wir mit dir verlebten, und wir werden sie hüten wie einen Schatz.“

Berührend auch die Predigt, in der Pater Gabriel gesteht, wie schwer er sich in der Vorbereitung getan hat, die richtigen Worte des Trostes zu finden. „Ich habe das Bild von Theresa und Melissa angeschaut und gefragt: Was soll ich den vielen Leuten sagen, die um dich, die um euch trauern?“

... sag ihnen: Ich weiß, was Leben ist. Ich habe es ausgekostet, auch wenn es kurz war.

... sag ihnen: dass das Leben weitergeht. Lebt euer Leben, kostet jede Stunde aus, haltet zusammen.

... und sag ihnen: Danke für alles. Die Sonne hat auch etwas zu sagen in diesem Augenblick. Sie bricht durch die Wolken und erhellt die Kirche. Es scheint, als hätte Pater Gabriel die richtigen Worte gefunden.

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Artikel (rofi) 20. Oktober 2012 - 00:04 Uhr
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