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Oberösterreich

Von Linz nach Graz: Eine Zugreise mit Hindernissen

LINZ / GRAZ. Grüne fordern vom Minister bessere Infrastruktur.

Von Linz nach Graz: Eine Zugreise mit Hindernissen

Weit weg: Graz Hauptbahnhof Bild: APA

9.14 Uhr und 17.14 Uhr. Das sind die beiden täglichen Starttermine, wenn man mit den ÖBB auf direktem Weg von Linz nach Graz fahren will. "Nur zwei pro Tag – und das zwischen den stärksten Wirtschaftsregionen Österreichs", sagt die grüne Nationalratsabgeordnete Ruperta Lichtenecker: "Viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass die ÖBB etwa Linz-Wien zweimal pro Stunde bedienen." Die jahrelangen "Vertröstungen" aus dem Verkehrsministerium, "dass etwas an der Situation verbessert wird", hat sie satt – und geht in die Offensive: Gestern hat sie eine Anfrage der Grünen an Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SP) eingebracht.

"Wie mit der Straßenbahn"

Zwei Monate hat der Minister Zeit für eine Antwort darauf, warum die "Taktung" so gering ausfällt. Aber auch, warum die Züge für die 233 Kilometer drei Stunden benötigen. Durchschnittstempo: 73 km/h. Ein Grund für das gemächliche Tempo: Die Strecke verläuft in Oberösterreich großteils eingleisig. Außerdem legen die früheren IC-Züge, die zum Einsatz kommen, bis Graz an neun Stationen einen Stopp ein. "Das ist wie eine Fahrt mit der Straßenbahn", sagt Lichtenecker.

Nach ihren Angaben fließen von den 15,2 Milliarden Euro, die im ÖBB-Rahmenplan bis 2022 in die Modernisierung des Schienennetzes fließen sollen, nur 55 Millionen in den Ausbau der Graz-Connection. Auch da stelle sich die Frage nach dem Warum. Generell argumentiere das Ministerium mit den spärlichen Fahrgastzahlen: "Aber die sind ja gerade deshalb spärlich, weil das Angebot nicht ausreicht."

"Insgesamt bieten wir Linz-Graz siebenmal täglich an", stellt ÖBB-Sprecher Karl Leitner klar. Zwei Direktverbindungen, dazu fünf mit Umstieg in Selzthal: "Da braucht man 16 Minuten länger". Das Ministerium verweist darauf, "dass wir bis 2022 in die Strecke Linz-Graz 230 Millionen Euro investieren." Zur Modernisierung von Bahnhöfen und Bosrucktunnel.

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Artikel Alfons Krieglsteiner 10. März 2017 - 00:04 Uhr
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