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Oberösterreich

Tipps für einen sicheren Aufstieg in den Frühling

LINZ. Neun Menschen starben in der vergangenen Woche bei Lawinenabgängen in Österreich. Die OÖN und Extrembergsteiger Peter Habeler geben Tipps für eine sichere Skitour.

Tipps für einen sicheren Aufstieg in den Frühling

Bild: egger

Nach dem verheerenden Lawinenabgang am vergangenen Mittwoch in den Tuxer Alpen in Schmirn, bei dem vier Bergsteiger unter den Schneemassen ums Leben gekommen waren, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Schweizer Bergführer. Grob fahrlässige Tötung lautet der Vorwurf. Der Bergführer hatte die achtköpfige Gruppe in einen extrem steilen Hang geführt, auf dem es bereits mehrmals zu Lawinenabgängen gekommen war. Der nord- und schattenseitig gelegene, bis zu 40 Grad steile Hang sei "keine gute Tourenwahl" gewesen, bestätigt Rudi Mair, Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes.

Fünf Tage vor dem Unglück in Tirol war eine 16-Jährige Snowboarderin einen Tag nach einem Lawinenabgang auf der Turracher Höhe im Spital gestorben. In Sölden und im Lungau waren in der Vorwoche ebenfalls Wintersportler von Schneebrettern getötet worden. Am Freitag waren zwei Variantenskifahrer bei einem Lawinenabgang am Arlberg ums Leben gekommen.

Schneeprofil, Hangneigung, Windgangeln: Für Österreichs Skitourengeher keine Fremdwörter – zumindest in der Theorie. "Viele wissen zwar, wie sie bei einem Lawinenabgang reagieren sollten, können es aber in der Praxis nicht umsetzen", sagt Peter Habeler. Oft fehle die nötige Erfahrung. "Einige können nicht mehr warten und rennen drauflos. Lawinenkunde ist nicht einfach, das dauert seine Zeit."

Ohne Lift seit 65 Jahren

Der 74-jährige Extrembergsteiger nutzt für den Aufstieg auf den Gipfel seit den frühen 50er Jahren keinen Lift mehr.

Dass sich Skitourengehen mittlerweile zum Trendsport entwickelt hat, freut Habeler einerseits, treibt ihm aber auch die Sorgenfalten in sein junggebliebenes Gesicht. "Die Bewegungsfreude ist klass. Aber Skitourengeher wollen eigentlich weg von der Masse. Jetzt sind sie wieder mittendrin. Ob das nicht zu viel wird?", fragt er sich.

Als Antwort reicht ein Blick auf die Zahlen. 50.000 Tourenski wurden in der Saison 2015/2016 verkauft – deutlich mehr als Alpinski. Vergangenes Jahr starben bei Skitouren in Österreich 24 Personen. 20 Lawinentote gibt es durchschnittlich pro Jahr – alarmierend.

Wenn im Frühjahr die Sonne die Bergflanken aufwärmt, wird der Tag länger, die Kleidung dünner und die Abfahrt oft gefährlicher. Was es zum Saisonfinale zu beachten gilt, haben die OÖN und Peter Habeler zusammengefasst.

 

So wird die Skitour zum Frühjahrsklassiker

  • Nichts für Langschläfer sind Skitouren im März und April. Trotz des längeren Tageslichts ist ein früher Start unerlässlich. Mit der Sonneneinstrahlung steigt das Risiko für Lawinen.
  • Die Beschaffenheit des Schnees ändert sich im Frühjahr rapide: von hart gefroren zu sulzig und wieder zurück. Auf Gletschern oder südseitigen Hängen können die Temperaturen auch in der Höhe 20 Grad übersteigen. Auch hier gilt: früher Aufbruch, bessere Abfahrt.
  • Harscheisen sind nicht nur in eisigen Hochwinterzeiten nötig. Besonders in der Früh ist die Oberfläche glashart und die zusätzliche Steighilfe aus Metall Gold wert. Auch die Steigeisen gehören in den Rucksack.
  • Der Stollen der Steigfelle kann einen Aufstieg beim Tourengehen verlängern. Wenn der Weg von der Sonne in den Schatten führt, friert der Schnee am Fell fest und es entstehen Klumpen. Fellwachs kann das bereits vor der Tour verhindern.
  • Flüssigkeit ist nach den kalten Wintertagen im warmen Frühjahr ein großes Thema für Wintersportler. 500 bis 750 ml in der Stunde sind empfehlenswert.
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Artikel Gabriel Egger 21. März 2017 - 00:04 Uhr
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