Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 22. August 2017, 07:28 Uhr

Linz: 10°C Ort wählen »
 
Dienstag, 22. August 2017, 07:28 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Tausende feierten am Hauptplatz ihren Erlöser

LINZ. Jesus Christus Superstar: Der Christustag brachte Gläubige vieler christlicher Konfessionen in Linz zusammen

Jesus Christus Superstar: Tausende feierten am Hauptplatz ihren Erlöser

Die Hände zum Himmel gereckt: Christliche Popmusik begeistert die Massen auf dem Hauptplatz in Linz. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Festivalstimmung auf dem Linzer Hauptplatz. Es wummert aus den Bässen auf der großen Bühne. Tausende stehen davor und recken die Hände gen Himmel. "Jetzt geht es los", rufen die Anheizer auf der Bühne in die Mikrofone. Jubel brandet auf. Szenen wie bei einem Lady-Gaga-Konzert. Jedoch ist es kein Popstar, der die Massen hier derart in Verzückung versetzt. Es wird einem Star der ganz anderen Art zugejubelt. Gläubige verschiedener christlicher Konfessionen sind gekommen, um ihren Herrn und Erlöser Jesus Christus hochleben zu lassen.

"Katholiken, Evangelische und Freichristen wollen hier das Gemeinsame in den Vordergrund stellen", sagt Martin Kugler. Der frühere Pressesprecher von Kardinal Christoph Schönborn betreut mit seiner PR-Firma die Öffentlichkeitsarbeit des Christustages. Dass auch die Freichristen hier mitfeiern dürfen, ist durchaus eine Überraschung. Vor allem die katholische Kirche blickte lange mit Argwohn auf die Konkurrenz.

"Der Herrgott soll zufrieden sein"

"Es gab da wohl gewisse Vorbehalte auf beiden Seiten", sagt Kugler. Von diesen Vorbehalten war gestern nichts mehr zu spüren. Arm in Arm sangen und beteten die Besucher über jede Konfessionsgrenze hinweg.

Das Ziel des Christustages ist klar: Christliche Themen und Werthaltungen sollen massentauglich, öffentlich positioniert werden. Familie, Erziehung, Abtreibung oder Euthanasie sind die Themen, die die Besucher bewegen und zu denen die Mehrheit hier eine klare Meinung hat. "Wir müssen schon darauf schauen, dass der Herrgott mit uns zufrieden ist", sagt Resi Gapp. Die 74-Jährige ist aus Gosau mit dem Bus angereist, um heute dabeisein zu können. Sie steht leicht gebückt in der Masse und lächelt. Vor allem, dass so viele junge Menschen gekommen sind, freue sie. Im Vorjahr habe sie bereits den Marsch für Jesus in Wien besucht. 12.000 Menschen waren damals in der Bundeshauptstadt dabei. Für Gapp sei es ein "wunderschöner Tag im Namen des Herrn".

"Für viele ist es eine Bestärkung, unter so vielen Gleichgesinnten zu sein. Sie merken, dass sie nicht alleine sind", sagt Kugler. Die Veranstalter des Christustages wollen aber auch missionieren. Zumindest ein klein wenig. "Natürlich versuchen wir Leute anzusprechen, die sonst nichts mit der Kirche zu tun haben", erklärt Kugler. Mit Spendensammlungen in den Kirchengemeinden und einigen Sponsoren werden Großveranstaltung wie jene in Linz finanziert.

 

Umgehört...

Christustag in Linz: Tausende Gläubige kamen am Pfingstmontag nach Linz, um ihren Herrn und Erlöser Jesus Christus hochleben zu lassen. Warum waren Sie dabei?

„Die Leute, die heute hier sind, gehen in verschiedene Kirchen, aber die Liebe zu Jesus eint uns.“ - Annette Baumgartner (43), Wiener Neustadt

„Solche Feste sollte es viel öfter geben. Wir stehen heute alle gemeinsam hier für Jesus.“ - Resi Gapp (74), Gosau

„Ich schäm’ mich für meinen Glauben nicht, wenn andere mich deswegen anmaulen, ist mir das vollkommen egal.“ - Immanuel Wucherer (16), Wolfsberg
 

Kommentare anzeigen »
Artikel Philipp Hirsch (Text) und Volker Weihbold (Fotos) 26. Mai 2015 - 00:05 Uhr
Weitere Themen

Alkolenker verursachte Geisterfahrerunfall auf A1 - zwei Verletzte

PUCKING. Am späten Montagabend ist ein Geisterfahrer bei einem Unfall auf der Westautbahn (A1) schwer ...

Bauarbeiten für den Westring starten im Herbst 2018

LINZ/WIEN. Es ist jenes Projekt, an dem sich am deutlichsten gezeigt hat, wie lange sich ein Verfahren ...

Nach dem Zeltunglück - Bangen um Verletzte

SANKT JOHANN AM WALDE. Zeltfest Frauschereck: Die tragischen Vorfälle in Saiga Hans haben bei ...

Ausnahmezustand auch in den Spitälern

RIED, BRAUNAU. "Niemand bei uns im Haus hat bisher so eine Situation erlebt" – so beschreibt der ärztliche ...

Touristen mit Drohnenkameras nerven die Hallstätter

HALLSTATT. Die Bewohner der Weltkulturerbegemeinde ärgern sich über filmende Drohnen, die über ihren ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!