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Oberösterreich

Streit um Asylwerber bei den Feuerwehren entbrannt

LINZ. Landes-Feuerwehrkommandant Kronsteiner ist "begeistert", Feuerwehr-Landesrat Podgorschek (FP) ist "entsetzt".

Streit um Asylwerber bei den Feuerwehren entbrannt

(V.li.) Asylwerber Mohamed Alqasi, Marchtrenks Kommandant Markus Ortmair, Asylwerber Ali Sayed, Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) und Landes-Feuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner Bild: Land OÖ

Markus Ortmair, Kommandant der Feuerwehr Marchtrenk, ist kein Mann, der sich ein Blatt vor den Mund nimmt. Seit er im November 2016 vier Asylwerber zu seiner Wehr holte, musste er viel Überzeugungsarbeit leisten: "Am Anfang waren viele Kameraden skeptisch. Da ist es bei der Diskussion richtig laut geworden."

Drei Afghanen und ein Iraker sind in Marchtrenk als Teil der Mannschaft bei vielen Einsätzen dabei. Bereits nach wenigen Wochen lösten sich die meisten Vorurteile auf. Vollständig sind die Vorbehalte aber bis heute nicht verschwunden: "Leider gibt es aber bis heute ein paar Kameraden, die den Asylwerbern nicht einmal die Hand geben möchten. Manche Vorurteile sitzen offenbar sehr tief", sagt Ortmair.

Landes-Feuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner ist von dem Projekt begeistert: "Menschen für die Idee der Gemeinsamkeit zu gewinnen, egal in welcher gesellschaftlichen Rolle sie sich befinden, egal woher sie kommen und egal welcher Religion sie zugehören, ist wohl einer der wichtigsten Sinnstifter. Das ist Integration."

"Jeder, der bei der Feuerwehr integriert ist, ist bei uns definitiv angekommen", sagt Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne).

"Völlig falsches Zeichen"

Etwa drei Dutzend Asylwerber engagieren sich derzeit bei oberösterreichischen Wehren. Für Feuerwehr-Landesrat Elmar Podgorschek (FP) ist das kein Grund zur Freude. Im Gegenteil: "Es ist für mich das völlig falsche Zeichen, wenn Asylwerbende als Mitglieder bei Freiwilligen Feuerwehren integriert werden sollen." Er sieht durch etwaige Kommunikationsschwierigkeiten bei den Feuerwehr-Einsätzen gar die Sicherheit der Einsatzkräfte in Gefahr. In der Praxis gebe es derartige Schwierigkeiten jedoch nicht, berichtet Kommandant Ortmair: "Mit dem Dialekt haben sie vielleicht ab und zu Probleme, aber dann sagen wir es einfach auf Hochdeutsch. Da gibt es eigentlich gar keine Schwierigkeiten. Wir Kommandanten haben jedenfalls genug Erfahrung, um zu wissen, wo wir welchen Kameraden einsetzen können."

Das Integrationsressort des Landes hat gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrkommando eine Broschüre "Gemeinsamer Einsatz verbindet" erarbeitet. Im Vorwort dieser Broschüre schreibt Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) Integrationsarbeit bei der Feuerwehr sei "sehr zu begrüßen und zu unterstützen".

Auch Landesrat Anschober kann die Podgorschek-Kritik nicht nachvollziehen: "Asylwerbende finden hier eine neue Aufgabe, lernen Freunde kennen, verbessern ihr Deutsch und ihre Fertigkeiten. Davon profitieren alle Seiten."

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Artikel Philipp Hirsch 13. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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