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Oberösterreich

Steyregger Brücke: Radler wollen Verkehr lahmlegen

LINZ/STEYREGG. Radlobby protestiert gegen die Streichung des zweiten Radwegs und will am Donnerstag den Verkehr zur Stoßzeit um 17 Uhr blockieren.

Steyregger Brücke: Radler wollen Verkehr lahmlegen

Die Generalsanierung der Steyregger Brücke soll noch bis September andauern. Bild: Weihbold

Den staugeplagten Mühlviertler Pendlern droht weiteres Ungemach. Denn die "Radlobby Steyregg" plant, am Donnerstag mit einer "Protestradfahrt" um 17 Uhr den Verkehr auf der wegen Sanierungsarbeiten ohnehin nur eingeschränkt befahrbaren Steyregger Brücke komplett zu blockieren.

Die Aktivisten wollen mehrere Runden um den provisorisch eingerichteten Kreisverkehr drehen und anschließend ihre Räder über die Brücke schieben. "Damit wollen wir symbolisch auf drohende Radfahrverbote hinweisen", sagt Gerhard Fischer von der "Radlobby Steyregg".

Protest gegen Radweg-Lösung

Als Aktion gegen die Autofahrer wolle er die Aktion aber nicht verstanden wissen. "Wir wollen auf die Autofahrer Rücksicht nehmen." Die Radaktivisten wollen im Streit mit Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner (FP) "Aufmerksamkeit erzielen". Denn im Zuge der Generalsanierung der Steyregger Brücke, die im Herbst abgeschlossen sein soll, plant das Land Oberösterreich, wie berichtet, einen Radweg nur noch auf einer Seite der Brücke. Dieser soll dafür baulich besser vom PKW-Verkehr getrennt sein als bisher.

Die Radlobby will aber auch auf der anderen Seite der Brücke einen Radweg. Zudem müsse dieser derzeit als Gehweg konzipierte Streifen mindestens 2,5 Meter - und nicht wie geplant zwei Meter breit sein, sagt Fischer. Er verweist auf eine Studie der Technischen Uni Wien, wonach ein zweiter Radweg nicht nur machbar, sondern auch sinnvoll sei. "Man muss Radwege für die nächsten zehn Jahre konzipieren. Zum Beispiel wird der E-Bike-Boom völlig ignoriert", sagt Fischer.

Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner (FP) hält die Forderung der Radfahrer aber für "zu teuer". Die Mehrkosten würden laut Berechnungen der Fachabteilung rund 228.000 Euro kosten. Diese Schätzung kann Fischer nicht nachvollziehen. Die Verbreiterung des Radweges koste nur 50.000 bis 70.000 Euro. Zudem hätten Linz und Steyregg zugesagt, mitzahlen zu wollen.

220 Radfahrten pro Tag

Das stimme nicht, kontert Steinkellners Sprecher Marco Sterk. Dem Land liege ein Schreiben des Linzer Bürgermeisters Klaus Luger (SP) vor, wonach ein zweiter Radweg keinen Sinn mache. Zudem seien im Juni auf der Brücke täglich nur rund 220 Radfahrten gezählt worden. "Dafür sind die geplanten Maßnahmen absolut ausreichend." Die Radlobby verlangt, dass von Steinkellners Verkehrsressort alle Planungsgrundlagen "schriftlich offengelegt" werden.

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Artikel 18. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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