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Oberösterreich

Starke Belastung durch Westring-Abgase bei Bahnhof: Wohnen verboten, Arbeiten erlaubt

LINZ. Ein von der Asfinag beauftragter Mediziner hat festgestellt, dass die Lärm- und Schadstoffbelastung durch den Linzer Westring in Bahnhofsnähe so hoch sein wird, dass ein Wohnen in der Kärtner Straße nicht mehr möglich sei. Dort zu arbeiten ist aber erlaubt.

Starke Belastung durch Westring-Abgase bei Bahnhof: Wohnen verboten, Arbeiten erlaubt

Bild: Weihbold

Betroffen sind die Bewohner des Gebäudes zwischen Energie AG-Tower Hauserhof. Sie müssen umziehen, weil ein Verbleib trotz Westring ihre Gesundheit gefährden könnte.

„Wenn sogar ein vom Projektbetreiber Asfinag beauftragter Gutachter die Situation ernst darstellt, kann man sich vorstellen, wie schlimm die Belastung durch Lärm, Staub und Stickoxyde in der Kärntner Straße tatsächlich sein wird“, sagt Gerda Lenger von den Linzer Grünen. Auch Rupert Frechinger von der Plattform gegen den Westring reagiert entsetzt: „Es ist ja schön und gut, die Bewohner dort abzusiedeln. Aber was ist mit den tausenden Menschen, die dort arbeiten? Alle Mitarbeiter des im ÖBB-Tower angesiedelten Finanzamtes, des Landesdienstleistungszentrums, der Bezirkshauptmannschaft, des Wissensturms und der Energie AG sind täglich acht Stunden lang den Belastungen ausgesetzt. Dazu kommen noch die tausenden Besucher. Das ist in höchstem Maße unverantwortlich“, sagt Frechinger. Er und Lenger könnten nicht nachvollziehen, wie Bürgermeister Franz Dobusch eine derartige Belastung eines wichtigen Stadtteiles einfach hinnehmen könne.

Straßenbau-Landesrat Franz Hiesl (VP) kennt das Gutachten des Humanmediziners. Er schätzt die Situation allerdings nicht als dramatisch ein. „Weil zum Schutz der Bevölkerung gehandelt wird, kommen die Wohnungen dort ja weg.“ Und man werde genau darauf achten, dass jene Grenzwerte, die ein Arbeiten ermöglichen, im Bereich des Bahnhofsknotens nicht überschritten würden, erklärt Hiesl, der seinen Arbeitsplatz ebenfalls im dort angesiedelten Landesdienstleistungszentrum hat.

Bis 13. August können beim Infragstrukturministerium im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung Einwände gegen das 800 Millionen Euro teure Mega-Bauprojekt Westring eingebracht werden.

Tausende Einsprüche werden erwartet. „Wir leben in einem Rechtsstaat, und die Menschen haben ein Recht darauf, ihre Bedenken darzulegen. Diese werden geprüft, was das Verfahren komplizierter macht und die Sache vielleicht verzögern kann“, sagt Hiesl. Aber gebaut, so der Landesrat, werde der Westring „ganz sicher“.

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Artikel Von Anneliese Edlinger 07. August 2009 - 00:04 Uhr
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