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Oberösterreich

Spediteur: "Die Mordopfer haben mir Diesel angeboten"

WIEN/MONDSEE. Handgranaten-Mord: Ermittler forschten mehrere Briefkasten-Firmen von totem Mondseer aus. Die Ermittler vermuten, dass der oder die Täter im Auto waren.

Spediteur aus Pettenbach: "Die beiden Mordopfer haben mir Diesel angeboten"

Tatort in Wien-Ottakring Bild: apa

"Die Schüsse und die folgende Granatenexplosion waren eine öffentliche Hinrichtung, ein Exempel. Ich habe keine Sekunde an einen Unfall geglaubt", sagt Christian Schnur, Geschäftsführer von "Freshline-Transporte" in Zeltweg (Stmk.). Zlatko Novakovic (45) hat als Subunternehmer für Schnur gearbeitet. Horst Waldemar Waschnick (57), das zweite Opfer, kennt der Spediteur bereits seit 17 Jahren. "Ich habe die beiden an einen Tisch gebracht, weil Novakovic einen Chauffeur gesucht hat", sagt der Steirer, der tief betroffen vom tragischen Ende seiner ehemaligen Mitarbeiter ist. "Zlatko und Waldemar haben wohl bei den falschen Leuten Schulden gemacht."

Der Transportunternehmer beschreibt Waschnick als "armen Hund. Ein chronischer Automaten-Spieler, ständig auf Jobsuche und in Geldnöten – der hätte für 1000 Euro alles gemacht." Zlatko Novakovic war für Schnur "ein guter Mensch, von dem man alles haben konnte." Der Mondseer habe allerdings stets vom schnellen Geld geträumt, diesbezüglich viele Ideen entwickelt und alle Warnungen in den Wind geschlagen.

Explosion in Wien: Der Mörder saß im Fond des BMW

H. Waschnick (57) wurde von Granatsplittern tödlich verletzt. (Bild: privat)

Auch der Pettenbacher Spediteur Thomas Kronawetter kannte die beiden Mordopfer gut. "Die zwei haben mir vor ungefähr drei Monaten Diesel angeboten, wurden aber nie konkret." Kronawetter vermutet, "dass die beiden mit halb legal erworbenem Sprit gehandelt haben." Das würde auch die leeren Kanister in dem schwarzen BMW erklären, in dem die Granate am Wochenende im Wiener Arbeiterbezirk Ottakring detoniert ist. Waschnick hat obendrein kürzlich eine Treibstoff- und Schmiermittel-Firma nahe dem Tatort eröffnet. "Er ist von 2003 bis 2004 für mich Lkw gefahren. Wie er mir erzählt hat, war er in der ehemaligen DDR in der Nationalen Volksarmee (NVA) für den Grenzschutz aktiv." Der 1,60 Meter große Deutsche sei sicher nur Handlanger gewesen. "Der Waldemar hat keiner Fliege etwas zuleide getan, war auch kein großer Macher."

Explosion in Wien: Der Mörder saß im Fond des BMW

Wurde erschossen: Z. Novakovic (Bild: priv.)

 

Die Ermittler suchen in Wien, Oberösterreich und Salzburg nach Spuren. Bis jetzt wurden ein Dutzend Firmenbeteiligungen von Zlatko Novakovic ausgeforscht. Die Unternehmensstandorte reichen von Wals-Siezenheim (Sbg.) über Sankt Pantaleon (OÖ) bis nach Wien – die meisten Firmen dienten nur als Briefkästen.

Polizei: Täter flüchtig

Für die Ermittler deutet vieles auf flüchtige Täter hin. Wie die Polizei am Donnerstag bekannt gab, haben sich der oder die Täter zum Zeitpunkt der Schussabgabe auf den 45-jährigen Mondseer Gemeinderat im Fahrzeug befunden. Zudem steht nun fest, dass es sich beim Fundort in der Odoakergasse auch um den Tatort des Gewaltverbrechens handelt.

Eine Mord-Selbstmord-Theorie ist noch nicht ganz vom Tisch, aber nach dem aktuellen Ermittlungsstand "fast auszuschließen", sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Hinweise zu dem oder den Tätern gab es vorerst keine.

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Artikel Martin Dunst 16. Januar 2014 - 10:33 Uhr
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