Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 17. Oktober 2017, 22:36 Uhr

Linz: 12°C Ort wählen »
 
Dienstag, 17. Oktober 2017, 22:36 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Sein Glaube beendete den Dienstvertrag

Der Linzer Günter Mayer ist der neue Leiter der Don Bosco Mission Austria

Günter Mayer   Bild: Diözese Linz

Als Günter Mayer den kleinen Ismail kennenlernte, war dessen Leben eine einzige Tristesse. Ein Kind aus einem Buschdorf im westafrikanischen Ghana, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, ohne Perspektive. Der Ordensbruder nahm ihn unter seine Fittiche, unterstützte ihn bei der Ausbildung zum Krankenpfleger und bekam Anfang dieses Jahres alles zurück. In Form eines Anrufes: „Ismail hat mir erzählt, dass er geheiratet hat und einen Sohn erwartet. Er hat mich um Erlaubnis gefragt, ihn Günter nennen zu dürfen“, sagt der 53-Jährige.

Dass Günter Mayer nun einen afrikanischen Namensvetter hat und in den vergangenen 18 Jahren in Ghana, Sierra Leone, Nigeria und Liberia vielen Kindern zu einem Lächeln verhalf, ist seinem Glauben zu verdanken. Dieser hatte ihn 1988 vom Einzelhandelskaufmann zum Salesianerbruder gemacht. „Ich habe gekündigt und mich dem Orden verschrieben. Es war ein Wunsch, der lange Zeit gewachsen ist“, erinnert sich der gebürtige Linzer, der seine Kindheit in Traun und Hörsching verbrachte.

1997 ging Mayer nach Ghana, wo er verschiedene Projekte betreute. „Wir haben Brunnen gegraben, Schulen gebaut, Kinderschutzzentren eröffnet und Ausbildungsprogramme betreut“, sagt Mayer. Es sei schön gewesen, die Dankbarkeit zu spüren. Die Religion habe in Afrika eine große Bedeutung, ebenso wie die Gemeinschaft und der Respekt. „Die obligatorische Frage der westlichen Welt nach dem WLAN gibt es dort nicht.“

2015 kehrte Mayer Ghana den Rücken und nach Österreich zurück. Nun hat er die Leitung der Don Bosco Mission Austria übernommen. Obwohl er in Klagenfurt lebt, ist er immer noch gerne in Oberösterreich: „Ich genieße es, meine große Familie zu besuchen. Neffen, Nichten, Großneffen, meine Brüder und meine Mutter“. Wenn es die Zeit zulässt, schwimmt Mayer gerne, fährt mit dem Rad und trifft sich mit alten Schulfreunden. Doch meistens ist der Ordensbruder unterwegs – in christlicher Mission.

Kommentare anzeigen »
Artikel Gabriel Egger 08. August 2017 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

So lustig sind die Kinder und Enkerl der OÖN-Leser

"Schicken Sie uns Ihre lustigsten Kinder- und Enkerlsprüche" baten wir unsere Leser vor einigen Wochen in ...

Ennser bei Arbeitsunfall schwer verletzt

SANKT GEORGEN AM WALDE. Der 38-jährige Lkw-Fahrer war beim Abkoppeln zwischen Zugmaschine und Anhänger ...

Bei Schießübung im Garten beinahe Passantin getroffen

SCHLÜSSLBERG. Ein 23-Jähriger hatte mit seinem Luftdruckgewehr geschossen.

Radfahrerin in Kreisverkehr von Auto angefahren

SCHLÜSSLBERG. Die 71-Jährige wurde verletzt und mit der Rettung ins Klinikum Wels gebracht.

Neue Gesichter im Nationalrat: Wer es geschafft hat, wer noch zittern muss

LINZ. Etliche Nationalrats-Neulinge sind bereits fix, bei manchen entscheiden die Vorzugsstimmen.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!