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Oberösterreich

Schulreform: "Verhandlungen sind auf gutem Weg"

LINZ. Bei den Tagungen der Lehrer höherer Schulen blieben Attacken gegen Autonomiepaket aus.

Lehrer-Gewerkschaft zu Schulreform: "Verhandlungen sind auf gutem Weg"

Norbert Schedl, Chef der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, bei der Tagung der VP-nahen Professoren-Union Bild: Weihbold

Nachdem die Lehrer-Gewerkschaft in den vergangenen Wochen massiv gegen das von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SP) geplante Autonomiepaket für Schulen Stimmung gemacht hatte, hielten sich die Personalvertreter bei den gestrigen Versammlungen der Bundeslehrer in Linz mit ihrer Kritik auffallend zurück.

"Die Verhandlungen verlaufen positiv", sagte etwa Herbert Weiß, Chef der AHS-Gewerkschaft, bei der Tagung der VP-nahen Professoren-Union und Fraktion Christlicher Gewerkschafter (BMHS) im Oberbank-Forum in Linz. "Wir sind auf einem guten Weg." Einen Querschlag konnte er sich allerdings nicht verkneifen: "So weit, dass es der Schule etwas bringt, sind wir aber noch nicht."

Konkreter wollte er mit Blick auf die Verhandlungsrunde mit der Ministerin am Freitag nicht werden. Nur so viel: eine mögliche Verpflichtung für Schulen, sich zu Clustern zusammenzuschließen, sieht Weiß ebenso skeptisch wie die Möglichkeit für Direktoren, die Größe der Klassen in Zukunft selbst zu bestimmen – da befürchtet die Gewerkschaft, dass die Höchstzahl von 25 Schülern pro Klasse durch die Hintertür aufgehoben werden könnte. Weiß fordert daher eine schriftliche Garantie, dass dies nicht passiert. Und: "Mitspracherechte von Eltern, Schülern und Lehrern dürfen nicht eingeschränkt werden."

Das ist auch Walter Klopf, Chef der Professoren-Union in Oberösterreich, wichtig: "Einen Schulerfolg gibt es nur, wenn Eltern, Lehrer, Schüler und Direktoren zusammenarbeiten." Der Chef der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, Norbert Schedl, zeigt sich für die Verhandlungen optimistisch: "Vielleicht wird doch noch etwas Praxistaugliches daraus."

Der Bund Sozialdemokratischer Akademiker (BSA) hatte unterdessen den Autor Robert Misik zur Versammlung in das Linzer "Central" geladen. Bei den Parteifreunden der Ministerin wurden vor allem die Vorteile des Autonomiepakets gesehen: "Nützen wir die Möglichkeiten der Autonomie, um gemeinsam neue Lernkonzepte an den Schulen zu entwickeln", sagte Thomas Populorum, Sprecher der Lehrer im BSA Oberösterreich.

"Reform ist ein Sparpaket"

Weitaus kritischer wurde die Reform dagegen bei der Versammlung des Freiheitlichen Lehrervereins in einem Linzer Gasthaus aufgenommen. "Wir glauben, dass es sich um ein massives Sparpaket handelt", sagte der Vorsitzende Harald Sander. Es werde zu Einsparungen bei den Leiterposten und zu einer Erhöhung der Klassenschülerhöchstzahl kommen.

Schulreform

Das Schulautonomiepaket soll nach den letzten Verhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP sowie der Lehrergewerkschaft in ein bis zwei Wochen präsentiert werden. Eckpunkte: Schulen können sich zu Clustern zusammenschließen, Direktoren können autonom Klassen- und Gruppengrößen beschließen, Mitbestimmungsrechte von Eltern, Schülern und Lehrern sollen zugunsten der Direktoren eingeschränkt werden.

 

 

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Artikel Herbert Schorn 08. März 2017 - 00:04 Uhr
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