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Oberösterreich

Rettung von Pürmayers Lebenswerk: Tochter nimmt Bergergut

AFIESL. Gourmet-Restaurant Culinariat schließt in Hellmonsödt und übersiedelt nach Afiesl.

Rettung von Pürmayers Lebenswerk ist angelaufen: Tochter nimmt Bergergut

Eva-Maria Pürmayer und Thomas Hofer kehren an ihre Wurzeln, ins Bergergut, zurück. Bild: Weihbold

Vor gut einem Monat nahm sich der Mühlviertler Hotelier Werner Pürmayer aus scheinbar heiterem Himmel das Leben. Seither wird gerätselt, wie es mit seinen Hotels Aviva in St. Stefan am Walde und dem Bergergut in Afiesl weitergehen soll.

Gestern erfuhren die OÖNachrichten als Erste, dass Eva-Maria Pürmayer, eine der drei Töchter, als Geschäftsführerin die Geschicke des Bergergutes in die Hand nimmt. "Wir machen eine Lösung innerhalb der Familie", bestätigte die Tourismusfachfrau. Mit ihren Schwestern Christina und Stephanie hält sie 49 Prozent an der Pürmayer GmbH, die die Muttergesellschaft der beiden Hotels ist. 51 Prozent waren in Hand Werner Pürmayers.

Im Gegenzug streicht die neue Bergergut-Chefin in Hellmonsödt die Segel. Dort betreibt sie mit ihrem Lebenspartner Thomas Hofer das Lokal Culinariat. Das ehemalige Gasthof Post wurde unter der Ägide der beiden zum Haubenlokal. Schluss soll allerdings erst mit Jänner/Febraur 2017 sein. "Wir haben viele Weihnachtsfeiern, die wir gerne abwickeln, und es sind auch viel Gutscheine draußen", so Eva-Maria Pürmayer.

Das Culinariat übersiedelt ins Bergergut, wo Hofer bereits fünf Jahre Küchenchef war und wo auch Eva-Maria arbeitete.

Aviva-Zukunft ungewiss

Wie es mit dem 2007 als Hotel für Alleinreisende eröffneten Aviva in St. Stefan am Walde weitergehen wird, ist noch ungewiss. In Abstimmung mit dem Kurator der Verlassenschaft wird ein Direktor gesucht. Man spricht von einem "Freund der Familie". Immer wieder ist der Name Christian Grünbart zu hören. Der war vor Jahren bereits Direktor im Aviva. Irmgard Pürmayer, die zweite Frau von Werner Pürmayer, werde operativ nicht mehr in den Hotels tätig sein, sagt Eva-Maria Pürmayer. Irmgard Pürmayer hatte kräftig im Aviva und im Pärchenhotel Bergergut mitgearbeitet und zuletzt ein Frauenbier entwickelt, das Ende Mai aufwändig präsentiert wurde. Sie war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Froh über Fortbestand

In der Region ist man unendlich froh darüber, dass Werner Pürmayers Lebenswerk fortgeführt wird: "Das sind wirklich gute Nachrichten. Ich freu’ mich, dass es eine positive Entwicklung gibt. Ich bin sicher, unter der neuen Geschäftsführung hat das Bergergut eine gute Zukunft, sagt Afiesls Bürgermeister Erhard Grünzweil. Nicht nur für Afiesl und St. Stefan sei ein Fortbestand aus touristischer und wirtschaftlicher Sicht wichtig: "Ich bin sicher, dass es auch im Aviva auf die ein oder andere Weise weitergehen wird."

Zwei Hotels, ein Lebenswerk

Werner Pürmayer war Hotel-Visionär im Mühlviertel. Sein Bergergut in Afiesl (Bild) baute er zum Liebesnest aus. Zuletzt wurde es zu einem Edel-Wellnesshotel für Paare mit viel Privatbereich umgebaut. Dafür gab es den fünften Stern.

Das Aviva in St. Stefan/Walde wurde 2007 als Hotel für Alleinreisende eröffnet und kämpfte mit seinem Ruf als Single-Hotel.

Die Pürmayer GmbH, Mutter der beiden Hotels, weist laut Firmenbuch 2015 zwar einen Bilanzgewinn von 1,18 Millionen Euro aus. Der resultiert aber aus einem Gewinnvortrag von 3,04 Millionen Euro. Operativ hat die Gesellschaft 2015 also Verluste eingefahren. Von der Raiffeisen Landesbank war diesbezüglich nichts zu erfahren.

 

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Artikel Karin Haas und Thomas Fellhofer 16. September 2016 - 00:05 Uhr
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