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Oberösterreich

Pilsl: "Wir fordern ein Alkoholverbot am Bahnhof"

LINZ. Die Ergebnisse des "Runden Tisches", bei dem Maßnahmen für mehr Sicherheit am Linzer Hauptbahnhof diskutiert wurden, seien "enttäuschend", sagt der Landespolizeidirektor.

Andreas Pilsl Bild: (Alexander Schwarzl)

Nachdem sich eine Expertenrunde im Linzer Landhaus am Donnerstag gegen ein Alkoholverbot und eine Sperre des gratis Internets am Linzer Hauptbahnhof ausgesprochen hatte, meldet sich nun Landespolizeidirektor Andreas Pilsl zu Wort. "Wir als Polizei wollen eine WLAN-Sperre und ein Alkoholverbot", sagt der oberste Polizist des Landes und stellt sich damit auch gegen Offiziere aus den eigenen Reihen.

Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter hatte im Gespräch mit den OÖNachrichten gesagt: "Alkoholmissbrauch am Bahnhofsgelände ist nicht das zentrale Problem." Pilsl kontert: "Es mag stimmen, dass Alkohol derzeit nicht die drängendste Problematik ist. Vor einem Jahr (damals war ein Gruppe Marokkaner mit mehreren Straftaten am Bahnhof auffällig geworden, Anm.) war sehr wohl oft Alkoholmissbrauch im Spiel. Es geht uns als Polizei darum, ein Sicherheitskonzept für den Bahnhof zu entwickeln, das über mehrere Jahre funktionieren kann."

Auch, dass die Experten am Runden Tisch von einer WLAN-Sperre abrieten, weil das Gratis-Internet "kein Anziehungspunkt" für Asylwerber sei, stört Pilsl: "Zu argumentieren, das Gratis-Internet spiele keine Rolle, weil die Asylwerber in ihren Unterkünften meist ohnehin einen Internetzugang haben, erscheint mir gewagt. Für viele ist es ganz offensichtlich attraktiv."

"Kein Integrations- sondern ein Sicherheitsthema"

Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne), der den "Runden Tisch" initiiert hatte, zeigt sich über die Kritik des Landespolizeidirektors verwundert: "Sein Stellvertreter Erwin Fuchs und Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter waren beim Runden Tisch mit dabei. Die Ergebnisse sind allesamt einstimmig erarbeitet worden."

"Die Polizei soll es offenbar wieder einmal alleine richten", kommentierte Pilsl die Ergebnisse der Experten Runde. "Stimmt nicht", sagt Anschober: "Sozialarbeit am Bahnhof und Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber sind ebenso geplant."

Pilsl hingegen drängt auf rasche Maßnahmen: "Integration ist gut und wichtig. Am Bahnhof beschäftigen uns derzeit aber keine Integrations- sondern ein Sicherheitsthemen. Und dafür braucht die Polizei die notwendigen Werkzeuge."

Den geplanten Einsatz von Sozialarbeitern auf dem Bahnhof kommentierte der Landespolizeidirektor auf Twitter salopp mit: "Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen..."

Pilsl

 

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Artikel Phillip Hirsch 17. Februar 2017 - 15:06 Uhr
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Maßnahmen nach Gewalt am Bahnhof

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