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Oberösterreich

Phallus: Sichtschutz musste wieder weg

TRAUNKIRCHEN. Nächstes Kapitel in der Posse um einen zwei Meter hohen Phallus in Traunkirchen: Jener Sichtschutz, der Montagabend vor der Statue angebracht wurde, musste wieder weichen. Bürgermeister und Gemeinderäte hatten sich bei der Grundstückgrenze verschätzt.

Der Besitzer des Fruchtbarkeitssymbols wies den Gemeindevertretern eine Grundstücksverletzung nach. Bild: Wolfgang Spitzbart

In einer Spontanaktion montierte Traunkirchens VP-Bürgermeister Christoph Schragl gestern Abend gemeinsam mit Gemeinderäten einen Sichtschutz vor dem Anstoß erregenden Phallus am Kreuzweg. Doch man verschätzte sich bei der Grundgrenze.

Die Sichtschutzplane musste heute Morgen wieder entfernt werden, als Jürgen Hesz, der Besitzer des Fruchtbarkeitssymbols den Gemeindevertretern eine Grundstücksverletzung nachwies. Die rund zwei Meter hohe Plane wurde zwar außerhalb des Zaunes montiert, doch das Areal von Hesz‘ Russenvilla geht über die Umzäunung hinaus, was Schragl und seine Kollegen nicht gewusst hatten.

Der Antiquitätenhändler reiste heute extra nach Traunkirchen, um sich der Sache anzunehmen. Am Vormittag verhandelte er mit Bürgermeister Schragl über das weitere Vorgehen. Die Gemeinde möchte den Millionär für eine gemeinsame Lösung gewinnen. Denkbar wäre beispielsweise, die Statue nur rund um die Osterfeierlichkeiten mit einer Plane abzudecken.

Rechtlich ist Hesz im Vorteil. „Es ist kaum möglich, jemanden daran zu hindern, auf seinem Privatgrundstück ein Phallussymbol aufzustellen“, sagt die Traunkirchner Anwältin Gudrun Pixner, die den Bürgermeister in dieser Angelegenheit berät. „Eine Anzeige wegen der Verletzung der Regeln des Anstandes halte ich für sinnlos. Der Ermessungsspielraum ist hier sehr hoch, und man kann immerhin sagen, dass es sich hier um ein Kunstwerk handelt.“ Auch der vorgeschriebene Landschaftsschutz in der 500-Meter-Uferzone wurde gestern in Traunkirchen diskutiert, man kam aber rasch wieder davon ab. Der Phallus verunglimpft das Landschaftsbild nicht.

Letztlich wird man sich mit Hesz wohl auf gütlichem Weg einigen müssen. Donnerstagabend beginnt in Traunkirchen das traditionelle Antlasssingen – dabei werden Gläubige am Kreuzweg gemeinsam beten und singen. Nichts soll sie davon ablenken.

 

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Artikel Edmund Brandner 12. April 2017 - 11:38 Uhr
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