Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 16. August 2017, 15:29 Uhr

Linz: 23°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 16. August 2017, 15:29 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Phallus: Sichtschutz musste wieder weg

TRAUNKIRCHEN. Nächstes Kapitel in der Posse um einen zwei Meter hohen Phallus in Traunkirchen: Jener Sichtschutz, der Montagabend vor der Statue angebracht wurde, musste wieder weichen. Bürgermeister und Gemeinderäte hatten sich bei der Grundstückgrenze verschätzt.

Der Besitzer des Fruchtbarkeitssymbols wies den Gemeindevertretern eine Grundstücksverletzung nach. Bild: Wolfgang Spitzbart

In einer Spontanaktion montierte Traunkirchens VP-Bürgermeister Christoph Schragl gestern Abend gemeinsam mit Gemeinderäten einen Sichtschutz vor dem Anstoß erregenden Phallus am Kreuzweg. Doch man verschätzte sich bei der Grundgrenze.

Die Sichtschutzplane musste heute Morgen wieder entfernt werden, als Jürgen Hesz, der Besitzer des Fruchtbarkeitssymbols den Gemeindevertretern eine Grundstücksverletzung nachwies. Die rund zwei Meter hohe Plane wurde zwar außerhalb des Zaunes montiert, doch das Areal von Hesz‘ Russenvilla geht über die Umzäunung hinaus, was Schragl und seine Kollegen nicht gewusst hatten.

Der Antiquitätenhändler reiste heute extra nach Traunkirchen, um sich der Sache anzunehmen. Am Vormittag verhandelte er mit Bürgermeister Schragl über das weitere Vorgehen. Die Gemeinde möchte den Millionär für eine gemeinsame Lösung gewinnen. Denkbar wäre beispielsweise, die Statue nur rund um die Osterfeierlichkeiten mit einer Plane abzudecken.

Rechtlich ist Hesz im Vorteil. „Es ist kaum möglich, jemanden daran zu hindern, auf seinem Privatgrundstück ein Phallussymbol aufzustellen“, sagt die Traunkirchner Anwältin Gudrun Pixner, die den Bürgermeister in dieser Angelegenheit berät. „Eine Anzeige wegen der Verletzung der Regeln des Anstandes halte ich für sinnlos. Der Ermessungsspielraum ist hier sehr hoch, und man kann immerhin sagen, dass es sich hier um ein Kunstwerk handelt.“ Auch der vorgeschriebene Landschaftsschutz in der 500-Meter-Uferzone wurde gestern in Traunkirchen diskutiert, man kam aber rasch wieder davon ab. Der Phallus verunglimpft das Landschaftsbild nicht.

Letztlich wird man sich mit Hesz wohl auf gütlichem Weg einigen müssen. Donnerstagabend beginnt in Traunkirchen das traditionelle Antlasssingen – dabei werden Gläubige am Kreuzweg gemeinsam beten und singen. Nichts soll sie davon ablenken.

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Edmund Brandner 12. April 2017 - 11:38 Uhr
OÖN-TV
Ärger in Traunkirchen

Riesenpenis erregt die Gemüter

Weitere Themen

Fipronil - Weitere Rückholaktion in Oberösterreich angelaufen

LINZ. In Oberösterreich ist eine weitere Rückholaktion von Eierwaren angelaufen, die mit dem Insektengift ...

Frau kassierte Alimente vom falschen Vater - Freispruch

RIED IM INNKREIS. Eine Frau, die jahrelang Alimente (rund 61.000 Euro) für ihre Tochter kassiert hat, ...

Krankenschwester reanimierte in See gestürztes Mädchen

SCHÖRFLING. Badeunfall am Attersee: Ein siebenjähriges Mädchen aus Wien trieb leblos im Wasser.

Diebes-Trio dank Pensionistin geschnappt

OBERWANG. Mit der Bitte um Hilfe nach einer angeblichen "Autopanne" verschafften sich drei Ungarn Zutritt ...

Frau kam beim Aussteigen aus Boot zu Sturz

GMUNDEN. Beim Aussteigen aus einem Segelboot am Traunsee stürzte eine 45-Jährige auf einen hölzernen Steg ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!