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Oberösterreich

"Ohne Hanna wäre ich heute bestimmt nicht mehr da"

LINZ / KOPFING. Die 15-Jährige rettete ihrem Vater im Dezember das Leben, weil sie Erste Hilfe leisten kann – jetzt ist sie ein Gesicht des Roten Kreuzes.

"Ohne Hanna wäre ich heute bestimmt nicht mehr da"

Hanna (Mitte) rettete ihrem Vater (2.v.l.) das Leben. Bild: OÖRK/Hartl

Es waren dramatische Minuten, die Hanna Grüneis-Wasner im Dezember erlebt hat. Ihr Vater Johannes hatte einen plötzlichen Herzstillstand erlitten. Die 15-jährige Kopfingerin konnte ihren Papa retten. Weil sie Erste Hilfe kann. Davon und wie wichtig dieses Können ist, erzählte die Schülerin gestern bei einer Pressekonferenz des Roten Kreuzes Oberösterreich in Linz.

Die Geschichte passierte am 18. Dezember. Hanna saß am Frühstückstisch, als sie ihre Oma verzweifelt rufen hörte. Ihr Vater war im Kuhstall seines Bauernhofs in Kopfing (Bezirk Schärding) zusammengebrochen: Herzstillstand. Geistesgegenwärtig rief die Tochter den Notruf und leistete Augenblicke später selbst Erste Hilfe.

"Ich habe Ruhe bewahrt. Papa hatte einen sehr schwachen Puls", sagt die Jugendliche. Abwechselnd mit ihrem herbeigeeilten Großvater führte sie die Herzmassage und Wiederbelebung durch. Hanna erklärte ihrem Opa die richtige Handhaltung. "Ich wusste das alles vom 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz."

Rettungssanitäter Thomas Wallner, der wenige Minuten später eintraf, konnte an die Rettungskette anknüpfen. Johannes Grüneis-Wasner wurde per Rettungshubschrauber zum Krankenhaus Passau gebracht. Erinnerung an den Tag hat er keine. Aber stolz und ergriffen sagt er heute: "Ohne Hanna wäre ich bestimmt nicht mehr da." Nach dem Herzstillstand wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt, eine weitere Operation wird folgen.

Ein eingespieltes Team

Sie seien "eins", wie Papa Grüneis-Wasner erzählt. Die Verbindung des Vater-Tochter-Gespanns ist spürbar. Sie ergänzen sich in Mimik und Gestik, Hanna führt die Sätze ihres Vaters fort, wenn diesem die Worte fehlen. Sie würden die Zeit miteinander jetzt noch mehr schätzen, sagt die 15-Jährige.

Dass Hanna so schnell – und vor allem richtig – handeln konnte, liegt an dem Erste-Hilfe-Kurs, den sie absolviert hat. "Ich habe die Maßnahmen einfach abgearbeitet und nicht nachgedacht", erzählt sie gestern in Linz. "Ein Erste-Hilfe-Kurs nimmt die Angst und gibt Sicherheit", ergänzt Rot-Kreuz-Präsident Walter Aichinger.

Hanna möchte später vielleicht Medizin studieren oder als Rettungssanitäterin arbeiten. "Ob ich das wirklich mache, weiß ich noch nicht", sagt sie. Einen Auffrischungskurs, wie er nach vier Jahren empfohlen wird, wird sie aber mit Sicherheit besuchen. 

 

So wichtig ist Erste Hilfe

Gestern präsentierte das Rote Kreuz Oberösterreich die Rekordzahl von 33.020 Personen, die im Vorjahr einen Erste-Hilfe-Kurs belegt haben. Dies sei eine leichte Steigerung zum Jahr 2016, freute sich Walter Aichinger, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes. Denn „nur wenn man nichts tut, macht man zu 100 Prozent alles falsch“, fügte er an. Rund 80 Prozent aller Notfälle passieren im familiären Umfeld oder am Arbeitsplatz. Jedoch sei nur rund jeder Dritte bereit, etwas zu tun. „Aus Angst, etwas falsch zu machen“, so Aichinger.

„Erstmaßnahmen sind maßgeblich. Jede Minute entscheidet über die Zukunft des Menschen“, sagt er. Darum bietet das Rote Kreuz ab 14. März wieder flächendeckend Erste-Hilfe-Kurse in den Dienststellen an.

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Artikel (sc) 13. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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