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Oberösterreich

ÖBB-Strategie empört Mühlviertler

MÜHLVIERTEL.Komfort-Verlust: Alte Triebwagen statt neuer Desiro auf der Mühlkreisbahn.

ÖBB-Strategie empört Mühlviertler

Der alte, ungeliebte 5047 Bild: Weihbold

"Wir ÖBB-Kunden in Puchenau, Ottensheim oder Walding sind absolut nicht einverstanden mit der Einstellung der Desiro-Triebwagen auf der Mühlkreisbahn", stellt Heinz-Thomas Peter von der Interessengemeinschaft der Gartenstadt Puchenau klar. "Gerade jetzt, wo ständig von der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs die Rede ist, werden wir diese Qualitätsverschlechterung nicht kampflos hinnehmen", sagt er.

Der Unmut in der Region ist tatsächlich groß. Auch von Protestmaßnahmen wie der Blockade der B127 ist bereits die Rede. "Wir werden mit den Gemeinden entlang der Mühlkreisbahn und mit allen Bahnnutzern dagegen protestieren", sagt dazu Ottensheims Bürgermeisterin Ulrike Böker. Sie will am Montag im Gemeinderat eine Resolution gegen "diese Mobilitätseinschränkung" verabschieden.

Laut ÖBB gibt es für den Desiro auf der Mühlkreisbahn keine Zukunft: "Wir dürfen ab März mit dem Desiro nicht mehr über die Eisenbahnbrücke. Ab Sommer gilt das auch für den Triebwagen 5047", sagt ÖBB-Sprecher Mario Brunnmayr.

Probleme bei Wartung

Zwar werde ein Großteil der Servicearbeiten dann in Urfahr durchgeführt, doch in unregelmäßigen Abständen muss ein Triebwagen in die Werkstatt. Genau dort entstehen laut ÖBB Probleme mit dem Desiro: "Den 5047 können wir relativ leicht auf einen Tieflader laden und in die Werkstatt bringen. Beim Desiro ist das, wenn überhaupt, nur mit einem erheblichen Mehraufwand möglich", versichert der ÖBB-Sprecher. Dass die Fahrgäste darüber verärgert sind, verstehe man, allerdings bleibe den ÖBB nur übrig, um Verständnis zu bitten. Und eben dieses fehlt im Mühlviertel zur Gänze: "Das bedeutet einen Komfort-Rückschritt um Jahrzehnte. Der bisher barrierefreie Einstieg für Behinderte, Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen entfällt. Darüber hinaus ist der ‘Komfort’ der Wagen-Baureihe 5047 aus den 80er-Jahren."

Seitens der Landesregierung beruft man sich auf die Informationen aus der Zeitung: "Wir wissen von den ÖBB gar nichts. Deshalb haben wir die Verantwortlichen zum Gespräch eingeladen", sagt Richard Held, Büroleiter von Landes-Vize Reinhold Entholzer. Dieses Gespräch findet heute statt.

Außerdem ist immer noch nicht klar, wie es mit den Nebenbahnen in Oberösterreich nach 2017 weitergeht: "Es gibt ein Gesprächsangebot seitens der zuständigen Ministerin an das Land. Dieses wurde bisher noch nicht angenommen", sagt Held. Landeshauptmann Josef Pühringer versprach gestern: "Zuerst gibt es eine letzte Abstimmung im Land, und dann starten Gesprächsrunden mit dem Bund – mit offenem Ausgang". Diese sollen im ersten Halbjahr 2014 stattfinden. (fell)

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Artikel 06. Februar 2014 - 00:05 Uhr
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