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Oberösterreich

Narzissenfest: Abseits der Massen und des Trubels

BAD AUSSEE. Warum die Region hinter dem Pötschenpass viel mehr zu bieten hat, als Millionen von weißen Blüten.

Der smaragdgrüne Schatz des Aussees: der Toplitzsee - ein besonderes Ausflugsziel. Bild: Valentina Dirmaier

Der topographische Mittelpunkt Österreichs, wie die Einheimischen ihr Ausseerland gerne orten, ist in diesen Tagen eigentlich nur wegen eines Spektakels in den Schlagzeilen: Das Narzissenfest. Doch die Region zwischen Dachsteinmassiv und Totem Gebirge ist viel mehr als ein Aushängeschild für schöne Blumen und prachtvolle Figuren, die damit in mühevoller Kleinarbeit bestückt werden.

In Altaussee wird vor dem Generationen Haus bereits eifrig gesteckt. An welcher Figur gearbeitet wird darf noch nicht verraten werden. Mehr als 130 Eimer voll Narzissen wurden dafür gestern gepflückt

Die OÖNachrichten haben sich in der Narzissenregion umgesehen und liefern einige Ideen, wie das sonnige Wochenende in Bad Aussee und den Umlandgemeinden verbracht werden kann – gemütlich, sportlich oder inmitten des bunten Treibens. Fünf Ideen für eine unvergessliche Zeit im Ausseerland:

Zum mystischen See und ans Ende der Welt

Wie schon Hans Weigel in „O du mein Österreich“ schrieb, „gibt es nichts beglückenderes als den Grundlsee“ – dem stimmen wir überein und machen uns mit dem Rad auf zu einem der wunderbarsten Plätze des Ausseerlandes. Vorbei an der Fischkalterei, prächtigen Villen und liebevoll gestalteten Holzhäusern geht es am Radweg entlang des Grundlsees bis zur Ortschaft Gößl, wo eine schmale Straße zu einem weiteren Naturjuwel führt: Der Toplitzsee.

Nach einer Einkehr in der Fischerhütte, wo Relikte aus der Kriegszeit im Vorgarten gelagert werden, geht es zu Fuß weiter am Ufer. Eine Plätte bringt uns zum kleinen, 300 Meter kurzen Kammersee – Willkommen am Ende der Welt. 

Sportlich dem Himmelt entgegen

Schon auf der Fahrt ins Ausseerland durchs Salzkammergut schlägt das Bergsteigerherz schneller. Angekommen im Becken der mächtigen Gesteinsmassive, will das Ausseerland von oben erkundet werden. Ein besonderer Felshaupt ragt hinter dem Ausseersee empor: Die Trisselwand, beliebt bei Alpinkletterern und Bergstein, bietet einen famosen Blick über das gesamte Gebiet, bis zum Dachstein.

In etwa zwei Stunden geht es vom Gasthaus Trisselwand (Parken gratis) und den Tressensattel anfangs durch Wald und später durch Latschengebiet hinauf auf eine Hochebene, die momentan teilweise noch von Schneefeldern bedeckt ist. Die Mühen des Aufstiegs lohnen sich aber allemal. Denn vom Gipfel aus breiten sich der wunderschöne Ausseersee und das malerische Ausseerland aus.

Ebenfalls sehr empfehlenswert: Eine Bergtour auf den Loser (entweder von der Pfarrkirche in Altaussee über den Loseraufstieg zur Loserhütte und weiter zum Augstsee und Loserfenster, weiter zum Hochanger und Losergipfel oder direkt mit dem Auto zur Loserhütte und weiter zu Fuß), auf den Röthelstein oder den Sarstein.

Gemütlich rund um die blauen und grünen Juwele

Weil eine Bekannte aus Wien über die kräfteraubenden Wanderungen im Ausseerland klagte, initiierte Bertl Seiberl als damaliger Obmann des Vereins zur Förderung der Heimatkunde, Heimat und Denkmalpflege im Ausseerland  Spazierwege mit geringer Steigung zu errichten.

Ein Wanderweg führt entlang der Seeuferpromenade bzw. ein Wanderweg rund um den Altausseer See: vom Seehotel zur Jausenstation Seewiese. Ebenfalls wunderschön: entlang des Promenadenwegsam Grundlsee oder am Ufer der Traun in Bad Aussee spazieren.

Entspannung in den Wohlfühloasen

Das Ausseerland ist vielen nicht nur für die reine Luft und die schöne Landschaft ein Begriff, sondern auch wegen der Naturheilkraft des Wassers, wie schon Franz Stadler in seinem Touristenführer „Urlaub im Ausseerland“ beschrieb: 1868 wurde Aussee zum Kurort erklärt, 1911 erhielt die ehemalige Marktgemeinde den Titel „Bad“.

Die Quelle der Gesundheit, wie es im Reiseführer heißt, sprudelt heute im „Narzissen Bad Aussee“, das sich als Vitalzentrum mit einem besonderen Solesee einen Namen gemacht hat. Entspannung verspricht auch die Grimmingtherme in Bad Mitterndorf.

Auf den Spuren der Dichter und im Garten Eden

Für Geist, Körper und fürs Auge lohnen sich zwei besondere Touren bzw. Ausflugsziele: Zum einen sind in der Region Aussee immer wieder sogenannte „Via Artis“ Tafeln zu finden. Sie verraten mehr über die Künstler wie etwa Komponist Johannes Brahms, Maler Oskar Kokoschka, Erzähler Arthur Schnitzler, Lyriker Rainer Maria Rilke, Dichter Peter Rosegger oderDramatiker Hugo von Hofmannsthal, die hier in der Region gewirkt haben und zur Sommerfrische ins Ausseerland kamen. Eine Erkundungstour verrät viele wissenswerte Details, wo, wann und wie die Kunstschaffenden ihre Sommerfrische verbrachten.

Für Naturliebhaber und Gartenfreunde ist der Alpengarten Bad Aussee ein Muss. Auf einem Areal von mehreren 1000 Quadratmetern in einem aufgelassenen Steinbruch gedeihen Raritäten aus aller Welt. Information unter 0676 83622543 und www.neza.at

 

Wer aber lieber mitten im Geschehen ist, sollte sich hier einige Anregungen und wichtigen Informationen zum Narzissenfest holen.

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Artikel Valentina Dirmaier 27. Mai 2017 - 12:23 Uhr
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