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Oberösterreich

Mühlviertler Jäger wollen gegen Wölfe vorgehen

NAARN. Mit Gummischrot vertreiben oder mit Genehmigung bejagen? Die Jäger fordern Lösungen von der Politik.

Mühlviertler Jäger wollen gegen Wölfe vorgehen

In Bad Kreuzen erbeutete ein Wolf im November 2017 einen Hahn. Bild: Bauernfeind

Der Wolf ist den Menschen ähnlicher, als es auf den ersten Blick scheint. Zumindest, was seine Bequemlichkeit anbelangt. Der Perger Bezirksjägermeister Ulf Krückl sagt: "Der Wolf ist ein fauler Hund."

Wenn das Raubtier merke, es könne "gefahrlos in der Nähe von Menschen Nutz- oder Haustiere reißen, dann wird der Wolf es immer wieder tun", sagt Krückl.

Im Bezirk Perg kam es in den vergangenen Monaten zu mehreren Zwischenfällen mit Meister Isegrim. In Bad Kreuzen wurde Ende November des Vorjahres ein auffallend wohlgenährtes Exemplar von Jäger Karl Bauernfeind dabei aus nächster Nähe fotografiert, wie es einen Hahn riss. Dass der Jäger ihm dabei derart nahe kam, schien den Wolf nicht im geringsten zu stören. Wenige Tage später wurde vermutlich dasselbe Tier von einem Landwirt und dessen Tochter in Sattlgai (Bez. Perg) in unmittelbarer Nähe des Bauernhauses beobachtet. Im Nachbarbezirk Freistadt hat ein Wolf wenige Monate zuvor drei Schafe gerissen.

Bezirksjägertag in Naarn

Diese Vorfälle und Sichtungen konnten offiziell Wölfen zugeordnet werden. Bezirksjägermeister Krückl vermutet aber eine hohe Dunkelziffer. "Damit etwas offiziell dem Wolf zugeordnet wird, braucht es zum Beispiel einen DNA-Test." Der werde aber nicht immer gemacht.

„Wir Jäger haben kein Interesse daran, den Wolf zu bejagen“, sagte Landesjägermeister Sepp Brandmayr am Samstag beim Bezirksjägertag in Naarn vor den versammelten Perger Jägern. Aber die Politik müsse darüber nachdenken, ob man mit dem absoluten Schutz des Wolfes auf dem richtigen Weg sei, wenn die Schäden in der Landwirtschaft - wie im vergangenen Jahr im Mühlviertel geschehen – rapide zunehmen. Dann sei nämlich der Zeitpunkt gekommen, an dem es notwendig werde, regulierend einzugreifen. „Auch der Tourismus wird sich darüber Gedanken machen müssen.“ Brandmayrs Vorschlag: Der derzeit EU-weit geregelte Artenschutz des Wolfes solle in nationale Zuständigkeit übertragen werden, um jeweils die am besten geeigneten Maßnahmen festzulegen.

Um Beschwichtigung bemühte sich Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Der Artenschutz des Wolfs ist ein grenzüberschreitendes Thema mit grenzüberschreitenden Regeln, an die wir uns halten müssen.“ Er trete für eine sachliche Debatte ein, um bei diesem emotionalen Thema „das Pendel in der Mitte zu halten.“

 

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Artikel 27. Januar 2018 - 00:05 Uhr
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