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Oberösterreich

Milchersatz-Produkte: Zuckerhaltig und teuer

LINZ. Ob Laktoseintolereanz oder vegane Ernährung: Immer mehr Menschen verzichten auf Kuhmilch. Der Konsumentenschutz Oberösterreich hat Milchersatzprodukte getestet.

Milch Bild: Wodicka

Kuhmilch ist ein wertvoller Nährstoff- und Kalziumlieferant und zudem günstiger als diverse Milchersatzprodukte. Dennoch verzichten immer mehr Menschen auf Milch weil sie unter einer Laktoseintoleranz leiden oder weil sie keine tierischen Lebensmittel essen wollen. Für all jene bietet die Lebensmittelindustrie eine Vielzahl an Ersatzprodukten aus Mandeln, Soja oder Reis. In einem aktuellen Test wurden 21 Milchersatzprodukte auf pflanzlicher Basis - zwölf Soja-, fünf Reis-, und vier Mandeldrinks - im Labor untersucht und einem Geschmackstest unterzogen.

Bei der chemischen Untersuchung der Produkte wurden die Gehalte an Chlorat/Perchlorat und Kalzium bestimmt, ebenso der enthaltene Gesamtzucker. Bei den Reisdrinks erfolgte zusätzlich eine Untersuchung auf Arsen, bei den Sojadrinks wurde überprüft, ob die Produkte gentechnisch veränderte Organismen enthalten.

Bei der Verkostung wurde Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack bewertet.

Sojamilch am günstigsten

Sojadrinks waren die ersten auf dem Markt. Verglichen mit der Konkurrenz sind sie mit durchschnittlich 1,70 Euro pro Liter recht preiswert. Mit 69 von 100 Punkten hat Joya (Soya Frisch+Calcium) am besten abgeschnitten. Da das Produkt als einziges nicht hocherhitzt ist, muss es kühl gelagert werden und hat auch eine kürzere Haltbarkeit. Sieben Produzenten greifen auf österreichische Ware zurück. Provamel, Alnatura, Biotrend und Alpro schweigen sich über die Herkunft ihrer Rohware aus. Kein einziges Produkt enthielt gentechnisch veränderte Organismen.

Reisdrinks mit viel Zucker

Wer sich für einen Reisdrink entscheidet zahlt durchschnittlich 2,03 Euro pro Liter. Insgesamt enthalten die Drinks mehr Zucker als die gesüßten Sojadrinks.

In Reis und damit auch in Reisprodukten finden sich immer wieder erhöhte Arsengehalte. In den 5 untersuchten Reisdrinks wurden Werte zwischen 3,1 (Natumi) und 16 (Spar veggie) Mikrogramm (μg) Arsen pro Liter gefunden. Ein gutes Ergebnis, denn ausgenommen das Produkt von Spar liegen alle untersuchten Drinks unter 11,7 μg anorganisches Arsen/l. Diesen Durchschnittswert hat die EFSA (Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit) bei einer großen Untersuchung von Reisdrinks ermittelt. Vorsicht ist trotzdem geboten! Auch wenn die Arsenbelastung gering ist: Reisdrinks sind nichts für Säuglinge und Kleinkinder. Und auch Erwachsene sollten öfter einmal zu anderen Milchalternativen wechseln.

Fast drei Euro für Mandelmilch

Am teuersten - mit 2,82 Euro pro Liter im Durchschnitt -  kommt die Milchalternative mit Mandeln. Für Bioprodukte werden bis zu 3,60 Euro verlangt. Ohne zugesetzte Süße kommt kein getesteter Mandeldrink aus. Auch die Zutatenliste ist lang neben Wasser und Mandeln finden sich auch Verdickungsmittel, Emulgatoren und Stabilisatoren.

 

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Artikel nachrichten.at 04. November 2015 - 11:02 Uhr
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