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Oberösterreich

"Meine Hunde erschnüffeln Krebs im Frühstadium"

Ex-Polizist stellte in Wien erste Österreichische Krebshundestaffel vor – Linzer Onkologe mahnt zur Vorsicht

"Meine Hunde erschnüffeln Krebs im Frühstadium"

Ein halbes bis ein Jahr dauert die Ausbildung von Krebssuchhunden. Sie üben an Atem-, Speichel-, Urin- und Blutproben, die zum Teil Krebszellen enthalten. Hunde besitzen 250 Millionen Riechzellen. Fotos: VGFS Bild: VGFS

Kann man den außergewöhnlich feinen Geruchssinn von Hunden zur Früherkennung einer Krebserkrankung nützen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Wolfgang Gleichweit, pensionierter Polizist und Experte für Sprengstoff-Suchhunde aus der Steiermark, seit vielen Jahren. "Feuer gefangen habe ich, als ich gesehen habe, wie Hunde in Florida zur Diagnose von Lungenkrebs eingesetzt wurden", erzählt der 71-Jährige. Das sei so faszinierend gewesen, dass er auch in Österreich Hunde für die Krebsfrüherkennung ausbilden wollte.

Viel Geld und Mühe investiert

"Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse habe ich daraufhin begonnen, in Zusammenarbeit mit Ärzten eine Methode zu entwickeln, mit der sich der Geruchssinn von Hunden zur Früherkennung von bösartigen Tumoren ideal nützen lässt", sagt der Steirer. Er habe den Verein zur Ausbildung von Gebrauchs-, Forschungs- und Suchhunden (VGFS) gegründet und viel Mühe und Geld investiert, um diese Methode auszufeilen. Vergangenen Mittwoch präsentierte er im Naturhistorischen Museum in Wien, wie seine Hunde, die eine sechs Monate lange Spezialausbildung hinter sich haben, in Atem-, Urin- und Blutproben Krebszellen erschnüffeln. "Sie sind darauf trainiert, Benzole und alkalische Gerüche wahrzunehmen, die abgestorbene Krebszellen im Körper verursachen", erklärt Gleichweit. Diese könnten Hunde schon erschnüffeln, wenn sich die Erkrankung in einem Frühstadium befinde, in dem sie mit schulmedizinischen Möglichkeiten noch nicht identifizierbar sei.

Hier sieht der ehemalige Polizist die große Chance dieser Methode: "Wenn die Krankheit so früh von den Hunden erkannt wird, kann sie rascher schulmedizinisch bestätigt und onkologisch behandelt werden." In den vergangenen Jahren habe der Verein VGSF auf diese Weise vielen Menschen zu besseren Heilungschancen verholfen.

Die Hunde können laut Gleichweit sogar unterscheiden, in welchem Teil des Körpers sich Tumorzellen befinden. "Schlagen sie bei der Atemprobe an, dann liegt das Problem bei den Organen im Oberkörper, reagieren sie auf die Urinprobe, ist der Unterleib betroffen", erläutert der Steirer. Um eine möglichst große Sicherheit zu haben, dass die Hunde richtig anzeigen, wird jede Probe von mehreren Hunden an mehreren Tagen beschnüffelt.

Erst vor wenigen Monaten hat Gleichweit selbst erfahren, wie es ist, wenn die Hunde Tumorzellen beim eigenen Test erkennen: "Bei mir war der Urintest positiv, ich ging daraufhin zum Urologen, der bei mir Prostatakrebs feststellte."

Linzer Onkologe ist skeptisch

Nicht überzeugt von der Fähigkeit von Hunden, Krebszellen zuverlässig zu erschnüffeln, ist der Onkologe und Präsident der OÖ. Krebshilfe Ansgar Weltermann. Er sagt: "Es mag sein, dass speziell ausgebildete Hunde in manchen Fällen eine Krebserkrankung entdecken können, aber ich würde mich auf solche Tests nicht verlassen. Eine seriöse Studie, die deutsche und österreichische Forscher 2016 präsentiert haben, brachte niederschmetternde Ergebnisse."

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Artikel Ulrike Griessl 02. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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