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Oberösterreich

Mehr Busspuren, dafür weniger Autos

LINZ. Umfrage: Drei Viertel der Befragten würden Einschränkungen im Individualverkehr in Kauf nehmen, wenn dafür der öffentliche Verkehr in Linz ausgebaut wird.

   Bild: VOLKER WEIHBOLD

Das Ergebnis überraschte selbst den Projektleiter. "Sollte man in Linz einzelne Straßen/Straßenspuren exklusiv für Busse reservieren?", war eine der Fragen, die Harald Kindermann, Professor an der Fachhochschule Steyr, in einer breit angelegten Online-Umfrage stellte.

Und fügte, um Missverständnissen vorzubeugen, an: "Diese exklusive Nutzung von Straßenzügen würde den Individualverkehr noch stärker als bisher einschränken."

Dennoch waren 76,5 Prozent der Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass das eine gute Idee sei, die man weiterverfolgen solle.

Zwar bildet die Umfrage nicht exakt einen repräsentativen Querschnitt der oberösterreichischen Bevölkerung ab. Dennoch zeige sich eine klare Tendenz, sagt Kindermann im OÖNachrichten-Gespräch: "Mit dieser Deutlichkeit habe ich nicht gerechnet. Die Mehrheit würde die Sperre einzelner Straßenzüge begrüßen, wenn im Gegenzug auf diesen Straßenzügen ein gut getakteter öffentlicher Verkehr mit Bussen eingerichtet wird."

Kostenlose Park&Ride-Flächen

Die Zustimmung hänge auch nicht mit dem Wohnort der Teilnehmer zusammen. Ob in Linz oder außerhalb von Linz: "Die Beurteilung ist ähnlich", sagt Kindermann. "Sogar knapp zwei Drittel jener Personen, die regelmäßig mit dem Auto nach Linz einpendeln, würden diesen Vorschlag unterstützen." An den Stadträndern sollten dafür kostenlose Park&Ride-Flächen eingerichtet werden.

Jüngere Personen würden den Vorschlag insgesamt noch positiver als ältere sehen. "Die größte Ablehnung gibt es bei älteren Männern mit niedriger Bildung", sagt Kindermann.

"Aufgrund dieser Datenlage sollte ein detailliertes Konzept zu diesem Vorschlag entwickelt werden", sagt Kindermann.

Zumal die Befragten die Verkehrssituation in Linz mehrheitlich problematisch bis sehr problematisch (80,1 Prozent) sehen. Das Vertrauen, dass die politisch Verantwortlichen die Verkehrsproblematik lösen werden, ist gering (13,6 Prozent) . "Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre die Entwicklung eines Konzepts für einen Ausbau des Busverkehrs interessant", sagt Kindermann.

An der Umfrage beteiligten sich mehr als 700 Personen – zur empirischen Absicherung sollte noch eine repräsentative Studie erstellt werden, empfiehlt Kindermann.

Auch im Vergleich zu anderen – nicht definierten – Städten, sehen die Befragten eine problematische Situation in Linz. 53,4 Prozent sind der Meinung, dass Linz eine "schlechtere Verkehrssituation als andere Städte" habe. 

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Artikel (mst) 06. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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