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Oberösterreich

Maria Knauseder: Viel Zuckerbrot und wenig Peitsche

Voltigieren und die Arbeit mit Kindern ist die Passion von Maria Knauseder.

Maria Knauseder

„Mit einem Lotto-Sechser würde ich einen Offenstall bauen und noch mindestens drei Pferde kaufen. “ Maria Knauseder, Trainerin und Obfrau des VRC Region Ried Bild: Florian Ertl

Es war purer Zufall, dass Maria Knauseder mit dem Voltigieren begonnen hat. Dabei handelt es sich um eine Sportart, bei der turnerische und akrobatische Übungen auf einem sich an einer Longe im Kreis bewegenden Pferd ausgeführt werden. Eigentlich wollte sie auf diesem Gebiet eine heilpädagogische Ausbildung machen, um mit beeinträchtigten Kindern zu arbeiten. Voraussetzung dafür waren sportliche Grundlagen wie Übungsleiter und Sportwart. „Damals hatte ich überhaupt keine Ahnung vom Voltigieren“, sagt die 33-Jährige. Diese Lücke hat sie in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und Leidenschaft aufgefüllt. Derzeit betreut die Lohnsburgerin (Bezirk Ried) in verschiedenen Gruppen rund 20 Kinder – und das äußerst erfolgreich.

Vor zwei Jahren gründete Maria Knauseder schließlich den Voltigier- und Reitverein Region Ried. Außerdem hat sie bei sich zuhause eigens einen Sandplatz gebaut, um ihre Schützlinge noch besser zu betreuen. Eine Investition, die sich bezahlt gemacht hat – nicht zuletzt für ihren einzigen männlichen Voltigierer. Jonas hat das Down-Syndrom und wird seit vielen Jahren von der Innviertlerin betreut. Inzwischen hat sich der heute Zwölfjährige dermaßen weiterentwickelt, dass er fixer Bestandteil der Wettkampfmannschaft ist. „Vor einem Jahr musste noch seine Mama während des Trainings da sein. Jetzt macht er selbstständig Übungen und vertraut mir, der Gruppe und unserem Pferd Fio völlig“, ist die Lohnsburgerin begeistert von Jonas’ Fortschritten. Davon zeugen auch 21 Schleifen, die er bereits bei Wettkämpfen gesammelt hat.

Die Nerven der 33-Jährigen, die sich selbst als Morgenmuffel bezeichnet, müssen freilich stark sein. Vor allem, weil sich die Kinder oft (zu) viel zutrauen. „Dann zähle ich innerlich bis zehn, um mich zu beruhigen. Außerdem hilft mir mein Pferd Fio dabei.“ Ein Leben in der Stadt kann sich die Pädagogin, die sich seit 15 Jahren vegetarisch ernährt, nicht vorstellen. „Da würde ich eingehen wie eine Pflanze.“

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Artikel Elisabeth Ertl 13. Februar 2017 - 00:04 Uhr
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