Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 12. Dezember 2017, 15:07 Uhr

Linz: 3°C Ort wählen »
 
Dienstag, 12. Dezember 2017, 15:07 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Luchse trotz illegaler Abschüsse in OÖ auf dem Vormarsch

LINZ. Die stark gefährdeten Luchse sind trotz illegaler Abschüsse in Oberösterreich auf dem Vormarsch, teilte der Landesjagdverband am Mittwoch mit. Er wirbt um mehr Akzeptanz für die Tiere.

Luchse gewildert: Naturschützer kritisieren "zahnloses Jagdgesetz"

Luchse sterben nach momentanem Stand nicht aus Bild: Weihbold

Über das illegale Wildern der Wildkatzen und das einhergehende Jagdgesetz berichteten die OÖN ausführlich.

Er galt lange Zeit als ausgestorben, durch illegale Abschüsse massiv bedroht – doch in den vergangenen Wochen wurden wieder vermehrt Spuren von Luchsen wahrgenommen, berichtet der Landesjagdverband. "Wir freuen uns sehr, dass allein in den letzten sechs bis acht Wochen die Rufe der Tiere im südwestlichen Teil des Bezirks Urfahr-Umgebung gehört wurden", sagte Landesjägermeister Sepp Brandmayr. Genauer in Feldkirchen an der Donau, wo ein Jäger auf die Laute des Luchses aufmerksam geworden ist.

"Belegte Sichtungen gab es im Bereich des Mondsees, und einige Meldungen gerissener Rehe konnten durch speziell geschulte Jäger dem Luchs in den Bezirken Rohrbach, Urfahr-Umgebung, Freistadt sowie Kirchdorf und Steyr-Land zugeordnet werden", sagte Brandmayr. Der Jagdverband bezahlt Meldeprämien in der Höhe von 60 Euro für Luchsnachweise, wenn diese von Luchsbeauftragten bestätigt wurden.

"Mehr Akzeptanz nötig"

Der Landesjagdverband wirbt um Akzeptanz für die Luchse. Sowohl in der Bevölkerung als auch in den eigenen Reihen unter den Jägern. Verstöße wie Abschüsse der ganzjährig geschonten Tierart werden in Oberösterreich mit einer Geldstrafe von bis zu 2200 Euro sowie dem Entzug der Jagdkarte geahndet.
Leider gebe es unter 19.000 Jägern im Bundesland auch schwarze Schafe, sagt Wildbiologe Christopher Böck – die OÖN berichteten mehrmals über die illegalen Abschüsse. Böck: "Das ist traurig und nicht zu tolerieren." Die Gesamtpopulation der Luchse wird im bayerisch-böhmisch-österreichischen Gebiet auf 60 bis 80 Tiere geschätzt. In Oberösterreich könnten es um die 15 Luchse sein, sagt Böck.

Ungefährlich für Menschen

Ein Luchs bewegt sich in einem Territorium von 5000 bis 20.000 Hektar. Dort steht vorwiegend Fleisch auf seinem Speiseplan, vorzugsweise von Rehen oder Gämsen. Ein ausgewachsener Luchs erbeutet pro Jahr zwischen 50 und 60 Rehe. "Diese Beutemenge kann der natürliche heimische Wildbestand verkraften", sagt Böck. Für den Menschen wird ein Luchs übrigens nicht gefährlich. "Das Tier beobachtet sein Umfeld sehr genau und zieht sich bei Gefahr zurück."

 

Luchse in Oberösterreich

Population: Der Luchs wurde im 19. Jahrhundert in Österreich ausgerottet. Ende des 20. Jahrhunderts wurden Wiederansiedelungsprojekte gestartet. Es wird geschätzt, dass sowohl im Mühlviertel als auch im Voralpen- und Alpenraum Oberösterreichs je acht bis neun Luchse leben.

Lebensraum: Luchse leben in größeren Wäldern, brauchen Versteckmöglichkeiten und Ruhe. Sie reißen bevorzugt Rehe und Gämsen. Sie meiden Kontakt mit Menschen. „Luchse sind für uns ungefährlich“, sagt Wildbiologe Christopher Böck.

 

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at 28. Dezember 2016 - 10:27 Uhr
Weitere Themen

Die OÖNachrichten suchen die aktivste Landjugend

Die OÖNachrichten suchen gemeinsam mit der Landjugend OÖ die aktivste Ortsgruppe Oberösterreichs.

Betrunkener Ried-Fan attackierte in Linz Polizistin: Bedingte Haft

LINZ. Nach dem Fußballspiel zwischen Blau-Weiß und SV Ried heuer im August kam es zu Ausschreitungen, die ...

Einbrecher "tourte" abends durch unversperrte Wohnungen

INNERSCHWAND. Ein Haus, zwei Wohnungen, einen Keller, ein Auto: Vermutlich derselbe Einbrecher hatte am ...

Akten-Affäre: "Es kommt nicht alles zum Bürgermeister"

LINZ. Bürgermeister Klaus Luger (SP) legte gestern seine Unterlagen offen.

"Vor 20 Jahren war ich schon eine Exotin"

WIEN. Sylvia Carolina Sperandio (51) war eine der ersten österreichischen Soldatinnen, heute ist sie Brigadier
Meistgelesene Artikel   mehr »
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!