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Oberösterreich

Lieber Pkw als Öffis: Autoverkehr um 26 Prozent zugelegt

LINZ. Ein Land macht mobil: 830.000 Autos standen im Jahr 2012 Oberösterreichs Haushalten zur Verfügung, um 23 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Lieber mit Pkw als mit Bus und Bahn: Autoverkehr hat um 26 Prozent zugelegt

Vor allem in der Früh und am späten Nachmittag sind die Straßen der oberösterreichischen Städte dicht. 87 Prozent der Bevölkerung sind heute mobil. Bild: VOLKER WEIHBOLD

"Auf tausend Einwohner kommen derzeit 599 Pkw", sagte Straßenbau-Landesrat Franz Hiesl (VP) gestern bei der Vorstellung der aktuellen oberösterreichischen Verkehrserhebung in Linz.

Mehr als 67 Prozent der Verkehrswege werden mit dem Auto bewältigt. Hiesl attestierte denn auch eine "erhebliche Zunahme des motorisierten Individualverkehrs" in unserem Bundesland. 67 Prozent, das bedeutet eine Steigerung um satte 26 Prozent gegenüber 2001. Da bleiben die "Öffis" doch ein wenig auf der Strecke. Nur 10,2 Prozent sind täglich mit Bus oder Bahn unterwegs, ein Minus von 5 Prozent, das vor allem dem starken Rückgang der Pflichtschülerquoten geschuldet ist. Auch die umweltfreundliche Fortbewegung per pedes oder per Fahrrad findet heute weniger Freunde als noch 2001: Um 3 Prozent ist der Anteil der Radfahrer und Fußgänger kleiner geworden.

Die neuen Daten, die aus der Befragung von 400.000 Oberösterreichern gewonnen wurden, machen eines deutlich: Die Bedürfnisse der modernen Freizeitgesellschaft haben eine gesteigerte Mobilität zur Folge. Und das Fortbewegungsmittel der Wahl ist mehr denn je das Auto. Das hat auch etwas mit der demografischen Entwicklung zu tun, erklärte Verkehrs-Landesrat Reinhold Entholzer (SP). Denn ab 17 hat heute fast jeder den Führerschein und kann sich hinters Lenkrad setzen. Vor allem aber sind es die Senioren, deren Mobilität sich laut Entholzer gewandelt hat. "Sie sind heute länger aktiv als früher, sie nutzen das Auto mehr denn je in ihrer Freizeit und für Gelegenheitsfahrten."

Auch zum Einkaufen fährt man heute öfter mit dem Auto als vor zehn Jahren. "Weil die großen Einkaufszentren meistens an der Peripherie der Städte gebaut werden, wo es oft keine Anbindung an die Öffis gibt", so Entholzer.

Kein Platz mehr in Linz

Im Großraum Linz werden Bahn und Bus gut genutzt, sagte Entholzer. Da liegt der Anteil des öffentlichen Verkehrs unverändert hoch bei 38 Prozent. Und bei den Radfahrern ist er sogar um 42 Prozent gestiegen. Beide Bereiche sollen weiter ausgebaut werden.

Alle Wege führen nach Linz – täglich 200.000, davon 140.000 mit dem Auto. "Für neue Straßen ist nach dem Bau des Westrings kein Platz mehr", sagte Franz Hiesl. Entschärfen ließe sich die Situation auch durch ein breiteres Park-and-Ride-Angebot, wie es etwa für die Mühlkreisbahn in Kleinzell angedacht ist.


Grafik: Verkehrserhebung in Oberösterreich



PDF Datei (925.53 KBytes.)

von fatfreddy (91) · 22.01.2014 22:48 Uhr
@ politologe

da spricht die pure Unkenntnis!

(0)
von forenseppel (1854) · 22.01.2014 23:29 Uhr
Das ist ja eine sehr fundierte Analyse.
von oskarm (252) · 22.01.2014 00:50 Uhr
Äpfel und Birnen vermischt

"Toller Artikel" - die einzige auf Anhieb brauchbare Zahlenangabe ist die der Zunahme an Kraftfahrzeugen. Sämtliche anderen Zahlen müssen um- bzw. rückgerechnet werden, aber dafür hat man bei den OÖN ja anscheinend keinen Platz mehr. Modal Split ist eine Sache, die absolute Zu- oder Abnahme an Fahrten die andere. Nur den Modal Split, also die Aufteilung nach Verkehrsträgern, abzubilden, ohne die zugrunde liegenden Verkehrswegezahlen ebenfalls darzustellen, ist bestenfalls "oberflächlich", schlimmstenfalls eindeutig unseriös oder tendenziös. Im übrigen: mich wundert bei der noch immer vorherrschenden Straßenbaumanie - auch dank Hiesl - in Kombination mit schlechten ÖV-Verbindungen und zunehmendem Egoismus (Autofahren ist höchstgradig egoistisch) nicht, wenn der motorisierte Individualverkehr fröhliche Urständ' feiert, die Kübeln immer größer und für Nicht-Motorisierte bedrohlicher werden. Dazu kommt eine Zersiedelungspolitik, mit der der ÖV nicht Schritt halten kann, Einkaufszentren...

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Artikel Alfons Krieglsteiner 21. Januar 2014 - 00:04 Uhr
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