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Oberösterreich

Landflucht der Jungen: Ein Dorf im Innviertel wehrt sich

MAYRHOF/WIEN. Dorfreport 2017: Beinahe jeder zweite Bewohner von Mayrhof ist unter 29 Jahre alt.

   Bild: VOLKER WEIHBOLD

Österreichs Landgemeinden haben ein Problem: die Jungen ziehen in die Städte. Das verdeutlicht der Dorfleben-Report 2017, den der Lebensmittelhändler Adeg gestern veröffentlichte. Knapp 40 Prozent der österreichischen Bevölkerung lebt in Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern. Für den Report waren 1050 von ihnen befragt worden.

Eines zeigt sich dabei ganz klar: In den vergangenen 15 Jahren ging der Anteil der 15- bis 44-Jährigen in Dörfern überproportional zurück (siehe Grafik).

"Der ländliche Raum stirbt zwar nicht aus, aber er wird älter", interpretiert Politikwissenschafter Peter Filzmaier die Ergebnisse. In einzelnen Bezirken werde sich bis 2050 die Zahl der über 60-Jährigen verdoppeln. 18 Prozent der 16- bis 29-Jährigen planen unterdessen , in den nächsten fünf Jahren in die Stadt zu ziehen.

Mayrhof ist jung geblieben

Doch es gibt auch Ausnahmen. Eine davon heißt Mayrhof und befindet sich zwischen Andorf und Eggerding im Innviertel. Ein Spaziergang durch die Gemeinde dauert nicht lange. Auf dem Weg durch die 5,33 Quadratkilometer kleine Ortschaft trifft man auch nur höchstens 320 Menschen. Doch 42 Prozent der Bevölkerung ist unter 29 Jahre alt – das ist beinahe jeder zweite Einwohner. Denn Mayrhof ist nicht nur klein und bescheiden, sondern auch jung geblieben.

"Darauf sind wir stolz. Wir sind eine sehr attraktive Gemeinde für junge Familien", sagt Mario Gierlinger, Vize-Bürgermeister (VP) von Mayrhof. Die Gemeinde habe günstige Baupreise und kleinere Ballungszentren in der Nähe. Sie komme deswegen auch ohne Supermarkt aus. "Wir haben Schärding, Andorf und Ried in der Nähe. Auch nach Passau ist es nicht weit", sagt Gierlinger. Es werde immer wichtiger, einen Ruhepol zum Berufsleben zu finden. "Das geht in der Stadt nicht so gut, wie bei uns am Land. Der Zusammenhalt ist auch ein wichtiger Faktor, warum die Jungen bleiben", sagt der Vize-Bürgermeister. So gibt es im Ort einen Stammtisch pflegender Angehöriger und einen eigenen Kultur- und Verschönerungsverein.

Auch die Kinderbetreuung spielt in Mayrhof eine übergeordnete Rolle. Es gibt im Ort ein eigenes Angebot an Spielgruppen. Der Verein "Tagesmütter Innviertel" bietet fast im gesamten Innviertel Kinderbetreuung durch Tagesmütter an. In den nahen Nachbargemeinden Eggerding und Lambrechten gibt es dazu zwei Kindergärten.

Um die jungen Leute am Land zu halten, müssten laut Filzmaier Dorfkerne und Begegnungszonen erhalten und gefördert werden. Dabei würden Nahversorger eine wichtige Rolle spielen. "Es geht außerdem um gezielte Ansiedlung und den Kampf gegen Absiedlung der Betriebe", sagt Filzmaier.

 

 



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Artikel Gabriel Egger und Stefan Minichberger 24. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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