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Oberösterreich

Kunst und Wissenschaft kommen von Langeweile

Hirnforscher Ernst Pöppel: "Um die Langeweile zu überwinden, entdeckt man seine Kreativität."

Kunst und Wissenschaft kommen von Langeweile

Hirnforscher Ernst Pöppel Bild: privat

Ernst Pöppel war über mehr als 30 Jahre Professor für Medizinische Psychologie an der Uni München. Der Hirnforscher wirft an der Internationalen Akademie Traunkirchen, geleitet von Physiker Anton Zeilinger, eine große Frage auf: Warum gibt es überhaupt Kunst?

Pöppels Antwort, die er bei seinem Vortrag am 20. August um 11 Uhr näher ausführen wird: "Kunst entsteht aus Langeweile, wie im Übrigen auch die Wissenschaft. Als Hirnforscher hat man manchmal eine andere, vielleicht absonderliche Sicht auf kulturelle Phänomene, doch lässt sich die Langeweile-These auf der Grundlage unseres evolutionären Erbes gut vertreten. Um die Langeweile zu überwinden, entdeckt man seine Kreativität." Das werde an Beispielen aus der bildenden Kunst, der Dichtung und der Musik erläutert, so Pöppel: "Mit diesen Beispielen lässt sich zeigen, dass Künstler ohne es zu wissen Naturforscher sind. In den Künsten zeigen sich besonders klar anthropologische Universalien und kulturelle Spezifika, also was uns kulturell verbindet und was uns trennt."

Als anthropologische Universalie gelte etwa in Musik und Dichtkunst das "Drei-Sekunden-Gesetz". "Musikalische Motive oder Verszeilen verschiedener Sprachen sind bevorzugt in Zeitfenstern von etwa drei Sekunden eingebettet, was auch deren ästhetische Bewertung bestimmt", erklärt Pöppel und zieht das Fazit: "Künstlerisches Schaffen beweist, dass die den Menschen geradezu aufgezwungene Langeweile überwunden werden kann." Mit seinem Vortrag läutet Pöppel die "Akademie der Spiele" ein, die ab kommendem Jahr in Traunkirchen Workshops anbieten wird mit dem Ziel, Neues und Zukunftsweisendes in Kunst und Wissenschaft zu ermöglichen.

Der Vortrag findet im Klostersaal Traunkirchen bei freiem Eintritt statt, um Anmeldung unter office@sommerakademie-traunkirchen.com wird gebeten.

Schluss mit Mathematik?

Zuvor, am Dienstag, 15. 8., 11 Uhr, ist im Klostersaal der Internationalen Akademie Traunkirchen Universitätsprofessor Bruno Buchberger von der JKU als Referent zu Gast. Der renommierte Mathematiker wird über Künstliche Intelligenz sprechen und inwieweit sich die Kinder von morgen dann nicht mehr mit Mathematik quälen müssen. Buchberger wird Antwort geben auf die Frage "Werden Computer bald intelligenter sein als Menschen?" und auf die Chancen des Uni-Standorts Österreich im internationalen Gefüge eingehen.

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Artikel 12. August 2017 - 01:34 Uhr
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