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Oberösterreich

Konflikt in Urfahr programmiert: Mehrheit will eine Fußgängerzone

Bei Bürgerbefragung votierten 41,4 Prozent für FuzoBürgerinitiative kämpft vehement dagegen an

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Es ist ein heißes Thema, das nicht nur in Urfahr heftig  diskutiert wird: Wie soll die verkehrsgeplagte Urfahraner Hauptstraße  attraktiver gemacht werden? Eine von Verkehrsstadtrat Markus Hein (FP) initiierte Bürgerbefragung  hat klar gezeigt: Die Hauptbetroffenen, sprich jene Linzer, die dort daheim sind, wünschen sich eine Fußgängerzone. 

Dieses Ergebnis hat Hein gemeinsam mit  Neos-Fraktionschef Lorenz Potocnik und Architekt Matthias Seyfert heute mittag im Alten Rathaus präsentiert. Von den rund 1700 Linzern, die entlang der Hauptstraße oder in den Seitenstraßen wohnen, haben 498 an der Befragung teilgenommen. Das ist weniger als ein Drittel. Die klare Mehrheit davon, 206 Befragte (41,4 Prozent) möchte, dass die Straße in eine Fußgängerzone umgewandelt, also der Verkehr zu Gänze ausgesperrt wird. Ausnahmen soll es hier nur, wie auf der Landstraße, für Zustelldienste geben. 

Deutlich kleiner mit 112 Stimmen (22,5 Prozent) ist die Gruppe jener unter den Befragten, die sich eine Begegnungszone wünschen. Ähnlich wie in der Herrenstraße sollen dabei Straße und Gehsteig auf das gleiche Niveau angehoben werden, damit Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer als gleichberechtige Gruppen den Raum einnehmen können. 

70 Befragte (14 Prozent) sprachen sich für die Variante mit „Verkehr light“ auf der Hauptstraße aus, 95 wollen, dass der Status Quo beibehalten wird, also alles so bleiben so, wie es ist.

Während Hein darauf drängt, „dass die Politik irgendwann einmal schon ernst nehmen muss, was die Mehrheit der Betroffenen verlangt“, wird der Widerstand jener Bürgerinitiative, die sich gegen eine Fuzo in der Hauptstraße ausspricht (vor allem Unternehmer, die ein Geschäft in der Straße betreiben) nicht kleiner werden. 

Davon abgesehen zeichnet sich im Rathaus vorerst auch keine Mehrheit für eine Fußgängerzone ab. Die ÖVP ist bereits mehrmals klar dagegen aufgetreten und die SPÖ dürfte auch höchstens für eine Begegnungszone zu begeistern sein.

Für die Linzer Grünen ist eine Verkehrsberuhigung der Hauptstraße notwendig und wichtig, allerdings stellt sich für Gemeinderat Klaus Grininger die Frage, wie es sein kann, dass ein "breit angelegter Bürgerbeteiligungsprozess so viel Unmut zur Folge" habe. Das müsse kritisch hinterfragt werden. Grundsätzlich sind die Grünen dafür, dass die Gesamtentwicklung des Stadtteils vorangetrieben wird.

Klar für eine Fuzo ist Neos-Frontmann und Städteplaner Lorenz Potocnik, der generell dafür eintritt, dass der Verkehr aus dem Linzer Zentrum zurückgedrängt und der Raum  „den Fußgängern und Radfahrer zurückgegeben“ werden solle. Als Beispiel führt Potocnik wiederholt Kopenhagen an: „Dort werden jedes Jahr zwei Prozent der Parkplätze in der Stadt aufgelassen, in einem kontinuierlich laufenden Prozess.“ An Beispielen wie diesen sollte sich Linz orientieren, so Potocnik. Hein dürfte er zumindest in Sachen Öffentlicher Verkehr mit im Boot haben: Grundsätzlich, so der Stadtrat, habe der Öffentliche Verkehr für ihn Vorrang. Und zum konkreten Projekt in Urfahr: „Ich könnte mit beidem leben. Mit einer Fußgängerzone oder einer Begegnungszone.“ Nachsatz von Hein: „Wir dürfen die Urfahraner  Hauptstraße nicht zur Durchzugsstraße verkommen lassen.“

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Artikel Anneliese Edlinger 17. Mai 2018 - 12:30 Uhr
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