22. Mai 2017 - 00:04 Uhr · Ulrike Griessl · Oberösterreich

"Klar schlafen unsere Hunde im Bett"

"Klar schlafen unsere Hunde im Bett"

Das Züchter-Paar mit Dita und Bendit und zwei ihrer Welpen Bild: Kraml

Roswitha und Winfried Hackl aus Perg züchten seit mehr als 15 Jahren Welsh-Terrier.

"Ihre Hunde sind aber nicht besonders gut erzogen." Diesen Vorwurf mussten sich die beiden Welsh-Terrier-Züchter Winfried Hackl und seine Frau Roswitha Leeb-Hackl aus Perg schon oft gefallen lassen. "Vor allem von Jägern, denn die sind häufig der Ansicht, dass ein guter Jagdhund sehr streng gehalten werden muss", sagt Winfried Hackl. Das sieht das Paar anders. Ihre beiden Welsh-Terrier, Dita (8) und Bandit (11), genießen Freiheiten, von denen andere Jagdhunde nur träumen können. "Sie dürfen sich im gesamten Haus frei bewegen, bei uns im Bett schlafen und ihre Freude über Besucher überschwänglich zeigen", sagt Winfried Hackl.

Für so manchen Jägerkollegen, der seinen Hund mit strenger Hand führt, kommt all das nicht in Frage. "Deshalb hatten wir darüber schon viele heiße Diskussionen", sagt Winfried Hackl. Doch die beiden Hundehalter umzustimmen, habe noch niemand geschafft. "Wir sind erfahrene Jäger und Hundezüchter und wissen genau, was gut für unsere Tiere ist", sagt Roswitha Leeb-Hackl und streichelt ihre achtjährige Hündin Dita, die es sich auf ihrem Schoß gemütlich gemacht hat. Mit ihrer liebevollen Erziehung seien sie immer gut gefahren - weder bei der Jagd noch im Alltag seien sie je von ihren Hunden enttäuscht worden.

Sechs Wochen alte Welpen

Freude machen den beiden Pergern auch ihre Zuchterfolge. Vor knapp sechs Wochen hat die mehrfach ausgezeichnete Welsh-Terrier-Hündin Dita (Zwingername "Vom eisernen Gitter") ihren zweiten Wurf zur Welt gebracht: drei Rüden und zwei Weibchen. Seither ist der Alltag bei den Hackls von der Pflege der jungen Hunde geprägt. Für Roswitha Leeb-Hackl beginnt der Tag schon um halb sechs Uhr früh. "Zuerst gehe ich mit unseren beiden Großen, Dita und Bandit, spazieren", erzählt die Pergerin, die hauptberuflich Chef-Sekretärin ist. Danach seien die Welpen an der Reihe. Die Züchterin reinigt den Laufstall der Kleinen und füttert sie, weil sie von der Milch ihrer Mutter alleine nicht mehr satt werden. Mittags und abends wiederholt sie dieses Prozedere. "Für den Nachtdienst ist mein Mann zuständig", sagt Leeb-Hackl.

Bald wird das Programm erweitert, weil die Hunde auf den Alltag bei ihren künftigen Besitzer vorbereitet werden. Sie müssen lernen, sich stressfrei auf belebten Straßen zu bewegen, im Auto mitzufahren und vieles mehr.

Für die beiden weiblichen Welpen mit den klingenden Namen Grace Kelly und Greta Garbo stehen ihre künftigen Herrchen und Frauchen bereits fest. "Die Buben George Clooney, Gregory Peck und Gustav sind noch zu haben", sagt Leeb-Hackl. "Bei der Vergabe bin ich allerdings vorsichtig; wenn ich kein gutes Gefühl habe, gebe ich meine Welpen nicht her", sagt die Züchterin. Obwohl Welsh-Terrier gute Jagdhunde sind, vergibt die Pergerin ihre Welpen lieber an Interessenten, die die Tiere nur als Begleithunde nützen möchten.

Auf nachrichten.at erzählen Winfried Hackl und Roswitha Leeb-Hackl in einem Video, was sie an Welsh-Terriern fasziniert:

 

 

Brav oder unerzogen

Mit der Hundeerziehung ist es es wie mit vielen anderen Dingen: Es gibt viele Wege, die zum Ziel führen. Die Frage ist nur, was ist das Ziel? Für den einen reicht es, wenn sein Hund brav an der Leine geht, der andere möchte, dass sein wedelnder Kamerad 20 Kommandos beherrscht. Es gibt also keine allgemein gültige Regel, wann ein Hund gut erzogen ist. Wichtig ist, dass der wedelnde Vierbeiner und sein Halter ein vertrauensvolles Verhältnis verbindet. Und das lässt sich nur durch sanfte, aber konsequente Erziehung erreichen. Ein Hund, der aus Angst gehorcht, ist mit Sicherheit nicht glücklich.

Welsh-Terrier

Herkunft: Der Welsh Terrier stammt aus Wales. Der Ursprung dieser Rasse reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Seine Vorläufer wurden „Black and Tan Terrier“ genannt. Sie wurden für die Jagd auf Fuchs, Dachs und Otter verwendet.

Aussehen: Die Rasse zählt mit ihren bis zu 40 cm Schulterhöhe und etwa 9,5 kg zu den mittelgroßen Hunden. Die Haare sind drahtig und müssen regelmäßig getrimmt werden.

Charakter: Der Welsh Terrier hat ein fröhliches, temperamentvolles Wesen, er ist gutmütig und ein zuverlässiger Jagdgenosse, aber auch ein guter Begleithund

 

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Klar-schlafen-unsere-Hunde-im-Bett;art4,2573521
© OÖNachrichten / Wimmer Medien · Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung
Bitte Javascript aktivieren!