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Oberösterreich

Karin Cirtek: Hilfsbereitschaft bis zum letzten Hemd

Karin Cirtek organisiert Hilfstransporte nach Osteuropa und noch vieles mehr.

Karin Cirtek

Karin Cirtek, pensionierte Lehrerin Bild: Privat

Am Anfang stand ein Gespräch, das Karin Cirtek aus Krenglbach mit ihrer Tochter in der öffentlichen Welser Sauna führte: „Wir sprachen über soziale Themen. Ein mir unbekannter Gast mischte sich ein und fragte, ob wir uns für arme Menschen in Osteuropa engagieren wollen“, sagt die 71-Jährige, die heute Geburtstag feiert. Aus dem vor 16 Jahren unterbreiteten Angebot eines sozial engagierten Bewährungshelfers wurde eine der größten Hilfsaktionen in der Region Wels.

Die Mutter von vier Kindern räumte damals ihre Garage leer, schaltete ein Inserat in der Gemeindezeitung und legte los. Die Hilfsorganisation ORA stellte ihr eine Helferin zur Seite, die sich um die Logistik kümmerte. „Nach drei Jahren mussten wir in eine Wagenhalle ausweichen, weil man wegen der großen Menge an Hilfsgütern bei uns nicht mehr zufahren konnte“, erklärt Cirtek.

Inzwischen bildet die frühere FPÖ-Vizebürgermeisterin mit rund 20 ständigen Helfern ein bestens eingespieltes Team. In diesem Jahr waren es rund 400 Schachteln an Hilfsgütern, die in zwei Sattelschleppern nach Bulgarien gingen. Neben Kleidung und Schuhen werden auch Kleinmöbel, Kinderspielzeug, Betten und Matratzen in Empfang genommen. „Manche Leute nehmen unsere Sammlung zum Anlass, um ihren Mist loszuwerden. Heuer hatten wir zwei Kisten voller Mäuse“, bedauert die ehemalige Lehrerin.

Ihr soziales Engagement beschränkt sich aber nicht nur auf Osteuropa. Die evangelische Christin zog neben den eigenen Sprösslingen vier Pflegekinder auf, unterrichtete Sehbehinderte, unterstützt in Rumänien ein Schmetterlingskind und hilft mit beim Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes. Als vor zwei Jahren der Flüchtlingsstrom einsetzte, reihte sich Cirtek im Welser Messegelände unter die Helfer: „Ich würde jedem Flüchtling mein letztes Hemd geben. Was ich nicht unterstütze, ist Zuwanderung, um das Land religiös umzugestalten“, kennt ihre Hilfsbereitschaft auch Grenzen.

 

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Artikel Erik Famler 19. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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