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Oberösterreich

„Jeden Tag mindestens ein Schnitzer“

Seit 40 Jahren unterrichtet Horst Störinger die Kunst, Holz zu bearbeiten

Horst Störinger   Bild: privat

Schon als Kind war Horst Störinger vom Holz fasziniert. Nach der Schule war er in seiner Heimat Ampflwang (Bezirk Vöcklabruck) jeden Tag im Wald unterwegs. Noch bevor er seinen Namen schreiben konnte, schnitzte er mit dem Taschenmesser Figuren. Auch die Berufswahl bestimmte später das Holz: Entgegen dem Rat seiner Lehrer, Pädagoge oder Künstler zu werden, entschied er sich für den Beruf des Tischlers. Ohne die Eltern zu informieren, suchte sich der 14-Jährige einen Lehrplatz. In seinem Beruf lebte er seine Liebe zum Schnitzen aus: Er schnitzte etwa prächtige Reliefs in Kredenzen.

Doch Ende der 1960er-Jahre suchte er eine neue Herausforderung und ließ sich zum Gendarmen ausbilden. 1971 kam er nach Altmünster, wo er noch heute mit seiner Frau Agnes lebt. Ab dann ruhte seine Schnitzkunst. Bis 1977 an der Volkshochschule Altmünster plötzlich der Schnitzkursleiter ausfiel und er einspringen sollte. Doch Störinger machte sich die Sache nicht leicht. Bevor er zusagte, kaufte er sich zum ersten Mal in seinem Leben richtiges Schnitzwerkzeug, um nicht mehr mit dem Taschenmesser arbeiten zu müssen, und produzierte 20 Krippenfiguren.

Erst als der Chef der Volkshochschule mit seinen Erzeugnissen einverstanden war, begann er mit den Kursen.
Seither hat der Vater eines Sohnes (Günther, 45) und Großvater zweier Enkel (Armin, Kerstin) rund 1000 Menschen das Schnitzen beigebracht. Dabei geht er auf individuelle Wünsche ein, von der Krippenfigur bis zu Masken und Statuen. „Das Schwierigste in der Vermittlung ist, die richtigen Worte zu finden. Daher lege ich oft selbst Hand an“, sagt der Lehrer, der nicht nur das Handwerk, sondern auch das Brauchtum vermitteln will.

Er selbst schnitzte schon mehrere lebensgroße Krippen mit der Motorsäge. Derzeit arbeitet der 74-Jährige an einer Osterkrippe. Lange zu überlegen braucht er dabei nicht mehr: „Jede Figur ist im Kopf schon da, bevor ich beginne. Dann setze ich das Messer an und schnitze drauflos.“

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Artikel Herbert Schorn 13. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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