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Oberösterreich

Ihr liebstes Hobby als Beruf(ung)

Das Linzer Tennisturnier ist der Welserin eine Herzensangelegenheit

Sandra Reichel und Magdalena Rybarikova Bild: Matthias Hauer (GEPA pictures)

Ich habe mich als Kind immer fürchterlich geärgert, wenn mein Vater am Wochenende auf dem Tennisplatz war und mich nicht mitgenommen hat“, sagt Sandra Reichel über ihre ersten Berührungspunkte mit der Filzkugel, die für sie bald die Welt bedeuten sollte. Sandra Reichel ließ sich davon aber nicht abhalten. Die Welserin schlug so lange Bälle an die Garage, bis ihr Vater Peter-Michael endlich ein Einsehen hatte und sie mitspielen ließ. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Reichel war mit 17 Jahren Nummer 25 der Jugend-Weltrangliste.

„Ich war bei Turnieren auf der ganzen Welt unterwegs. Aber schon bald reifte in mir der Entschluss, dass ich eigentlich auf der anderen Seite stehen möchte“, sagt die heute 46-Jährige. Dort, wo ihr Vater, der 1991 das internationale Turnier in Linz ins Leben rief und in der Zwischenzeit zu einem der großen Spielmacher im Damentennis geworden ist, bereits stand.

Sandra Reichel, die in Wien Betriebswirtschaftslehre studierte, sollte in seine Fußstapfen treten. Und das schneller als geplant. „Beim Daviscup 1998 in Pörtschach hatte mein Vater als Organisator eine schwere Krankheit. Ich bin eingesprungen und habe gemerkt, dass mir das sehr viel Spaß macht.“

Seit 2000 managt sie als Direktorin das WTA-Damenturnier in Linz und lockte bereits Weltklasse-Spielerinnen wie Serena Williams, Maria Scharapowa und viele andere in die Landeshauptstadt. Auch beim WTA-Turnier in Nürnberg zieht sie die Fäden. Die Sportagentur MatchMaker, die sie mit ihrem Vater im Doppel betreibt, richtete heuer im September auch den Daviscup in Wels aus.

Als im Vorjahr Hauptsponsor Generali den Ausstieg beschloss, war die Zukunft des Linzer Tennisspektakels einige Monate ungewiss. Doch Reichel bewahrte wie so oft Ruhe und leistete bei Stadt und Land erfolgreiche Überzeugungsarbeit. Die 46-jährige Antreiberin braucht nur selten eine Auszeit vom Tennis. Und wenn, dann ist sie in den Bergen zu finden. „Da kann ich am besten abschalten.“

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Artikel Dominik Feischl 10. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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