Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 25. Mai 2017, 20:05 Uhr

Linz: 18°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 25. Mai 2017, 20:05 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Identität der Traunsee-Leichen geklärt: Ehepaar aus Hessen

GMUNDEN. Die Identität der beiden im Traunsee gefundenen Leichen ist geklärt. Bei den Toten handelt es sich um einen 72-jährigen Deutschen und seine ein Jahr jüngere Frau. Der Mann soll seine Frau erwürgt, zerstückelt, in den See geworfen und sich danach selber ertränkt haben.

Pressekonferenz zum Leichenfund am Traunsee

Pressekonferenz zum Leichenfund am Traunsee Bild: Alexander Schwarzl (Alexander Schwarzl)

Der Leiter des Landeskriminalamtes OÖ, Gottfried Mitterlehner, bestätigte am Abend einen entsprechenden Online-Bericht einer Tageszeitung. Der korpulente 72-Jährige und seine 71-jährige Ehefrau kommen demnach aus der Nähe von Frankfurt am Main (Bundesland Hessen).

Die zerstückelte Leiche der Frau wurde, wie berichtet, am Sonntag in zwei Koffern gefunden. Bei einer weiteren Untersuchung der Fundstelle am Gmundner Traunsee entdeckten Taucher dann noch eine männliche Leiche, an deren Händen mit Kabelbindern zwei Taschen befestigt waren.

In einer Tasche waren persönliche Gegenstände und Granitsteine, in der anderen ein Betonklotz. Wie die Untersuchung in der Gerichtsmedizin Salzburg zeigte, war darin der Kopf der weiblichen Leiche eingemauert.

"Die Frau wurde erdrosselt, der Mann ist ertrunken", fasst Staatsanwältin Birgit Ahamer die Ermittlungsergebnisse Dienstagmittag zusammen. Ausständig seien noch die toxologischen Gutachten und die DNA-Untersuchungen. "Vorläufig gehen wir von erweitertem Selbstmord aus", sagt Ahamer. An der Leiche des Mannes gibt es keine Hinweise auf Fremdverschulden, auf eine Auseindersetzung oder ähnliches. "Er ist eindeutig ertrunken. Daher spricht vieles dafür, dass er erst die Frau getötet, zerstückel und in den See geworfen hat und dann selbst mit den Taschen voller Steine ins Wasser ging", sagt Gottfried Mitterlehner, Leiter des Landeskriminalamtes. Die Frau soll zwischen Weihnachten und Silvester gestorben sein, der Mann später. Wie viel später genau, ließ Mitterlehner offen.

Pressekonferenz zum Leichenfund am Traunsee

 

Trotzdem sind noch einige Fragen offen. Etwa jene, wie der Mann die Koffer mit den Leichenteilen und die Taschen unbemerkt zum Traunsee gebracht hat. Ein "herrenloses" Fahrzeug in der Nähe des Traunsees wurde bisher nicht gefunden. Nach diesem wird aber intensiv gesucht. Warum der Hesse sich gerade den Traunsee für sein Vorhaben ausgesucht hat, ist ebenfalls offen.

Mitterlehner wollte zu den Details unter Hinweis darauf, dass zuerst die Angehörigen verständigt werden, nichts sagen. Die Polizei werde morgen, Mittwoch, informieren.

Pressekonferenz zum Leichenfund am Traunsee

 

Tat im "psychischen Ausnahmezustand"

Das Töten und Zerstückeln eines Menschen ist mit einem hohen Aggressionspotenzial verbunden. Im Fall der im Traunsee gefundenen Leichen habe zwischen Täter und Opfer vermutlich eine "intensive Beziehung bestanden", sagte Psychologe Cornel Binder-Krieglstein.

Das Zerstückeln der Frau habe höchstwahrscheinlich nicht der Verschleierung der Tat gedient, sondern der Mann wollte "jemanden mit aller Gewalt und den zur Verfügung stehenden Mitteln bestrafen", erklärte Binder-Krieglstein. Dass der Kopf seines Opfers noch separat eingemauert und versenkt wurde, sei ein Zeichen für den endgültigen Entschluss, das persönliche Aggressionspotenzial voll auszuschöpfen. Wenn der Entschluss gefasst werde, "sie muss sterben", fallen die Hemmungen relativ schnell, meinte der Experte für Notfallpsychologie.

Männer würden bei ihren Tötungsmethoden generell gewalttätiger vorgehen. "Schneiden, schießen, stechen. Frauen würden eher vergiften", sagte Binder-Krieglstein. "Je komplexer und aggressiver (die Tat, Anm.), desto eher spricht das für eine Erkrankung (des Täters, Anm.)", erklärte der Experte.

 

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at 05. Januar 2016 - 17:39 Uhr
OÖN-TV
Tote im Traunsee

Tote im Traunsee

Weitere Themen

Alkolenker krachte mit Tesla gegen Kapelle 

PEILSTEIN. Auf dem Rückweg von einer Geburtstagsfeier hat ein 18-Jähriger in der Nacht auf Donnerstag die ...

Frontalcrash: Zwei Schwerverletzte und ein toter Hund

NEUHOFEN/KREMS. Zwei Schwerverletzte und einen toten Hund forderte Mittwochabend ein schwerer ...

Nach Fahrerflucht mit fünf Verletzten ist die Polizei auf der Suche nach SUV

HARTKIRCHEN. Ein Verkehrsunfall mit einem Taxibus auf der Nibelungenstraße in Hartkirchen (Bezirk ...

Linzer Amokfahrer muss nicht ins Gefängnis

LINZ. Ein 50-jähriger Welser, der bei einer Amokfahrt mit einem Pkw einen Schaden von mehreren Tausend ...

Rettet das Dorf: Rezepte gegen Landflucht

LINZ. Vier von zehn Gemeinden schrumpfen. Die Hälfte der Abwanderer ist zwischen 15 und 35 Jahre alt.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!