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Oberösterreich

"Ich möchte der verrückteste Motorrad fahrer der Welt werden"

Der Steyrer Günter Schachermayr möchte die weltweit erste Fahrt mit dem Motorrad in die Troposphäre machen.

"Ich möchte der verrückteste Motorrad fahrer der Welt werden"

Günter Schachermayr aus Steyr – Rekordjäger von Beruf Bild: privat

Eine Vespa normal vorwärts zu bewegen war Günter Schachermayr bereits mit 16 Jahren zu langweilig. Er probierte Wheelies und dann extremere Sachen: das Riesenrad, den Flying Fox oder die Bergisel-Schanze. Rekorde aufzustellen ist zu seinem Lebensinhalt geworden. Sind all seine Einreichungen anerkannt, hält der 37-Jährige bei sieben Einträgen ins Guinness-Buch der Rekorde.

 

OÖN: Was bedeutet es Ihnen, Rekorde aufzustellen?

Schachermayr: Um den Rekord selber geht es mir nicht. Viel wichtiger ist mir, dass ich Sachen mache, die noch niemand zuvor gemacht hat. Der Rekord ist ein Nebeneffekt.

Schon einmal etwas schief gegangen?

Auch. Da wollte ich selber auf einem Stahlseil 25 Meter hoch fahren. Es war mein allererster Versuch. Nach 8,5 Metern gab es ein technisches Problem, und da habe ich gewusst, ich brauche technische Ingenieure. Ich bin von Beruf Maschinenbaumeister, also habe ich Verbindung zu Ingenieuren der TU Graz aufgenommen. Zufällig hab' ich auch Felix Baumgartner getroffen. Er hat mir einige wichtige Tipps gegeben.

Welche?

Dass ich mich von der großen Masse der Stuntrider abheben und Bewerbe machen muss, die sonst keiner macht. Deshalb bin ich mit der Vespa auf die Sprungschanze, auf die Großglockner Hochalpenstraße oder auf dem Riesenrad gefahren. Der Nebeneffekt von Sachen, die noch keiner gemacht hat, ist, dass das meist Rekordfahrten sind.

Was gibt Ihnen das – einen besonderen Kick, Selbstbestätigung?

Ich sehe das so. Jeder Mensch sollte sich im Leben Ziele setzen. Ich war Hallenleiter in einer großen Firma. Nur irgendwann bin ich darauf gekommen, dass ich viel mehr kann als die Befehle eines Vorgesetzten auszuführen.

Und das ist was?

Ich kann am besten ein Projekt ausarbeiten, von dem andere sagen, das funktioniert nie. Es ist für mich ein Ansporn, das Gegenteil zu beweisen. Ich suche so lange nach einer Lösung, bis ich sie habe. Das funktioniert oft nicht beim ersten Mal, auch nicht beim zweiten Mal. Wenn ich mir aber etwas in den Kopf setze, dann ziehe ich das durch. Man ahnt ja nicht, wie schwierig es ist, eine Betriebsgenehmigung für die Bergisel-Schanze zu bekommen. Die braucht man aber, um dort hinauffahren zu können. Dass Schwierigste ist oft nicht der Stunt selber, sondern dass du überhaupt dort hinkommst.

Um den Kick geht es Ihnen gar nicht?

Das ist nicht, was mich antreibt. Im Gegenteil. Das Adrenalin bewirkt, dass ich nicht klar denken kann.

Existieren Begriffe wie Gefahr oder Risiko für Sie?

Natürlich. Welcher Gefahr setze ich mich aus, welches Risiko gehe ich ein, sind Fragen, die ich mir als erstes stelle. Allerdings bin ich kein Adrenalinjunkie. Ich bin ein Mensch, der Aufgaben und Herausforderungen sucht. Dabei ein akribischer Arbeiter. Einer, der Grenzen überschreitet, aber in dem Sinn, dass ich anderen Grenzen setze. Meine Projekte haben ein Jahr Vorlaufzeit. Gebaut wird immer auch ein Sicherheitssystem, aus dem man mich im Notfall retten kann. Sollte also mein Gehirn einmal aussetzen, bin ich auf keinen Fall tot.

Sich permanent am Limit zu bewegen, wie hat Sie das verändert?

Es hat mich gelehrt, dass es für mich im Leben nichts gibt, das unmöglich ist. Ich habe gelernt, aus einem Raster, in den man mich pressen wollte, auszubrechen. Ich habe gelernt, dass in mir viel mehr steckt. Verändert hat es mich auch. Ich bin nicht nur reifer, sondern auch sehr konsequent geworden. Es geht um etwas, es geht um mein Leben. Am Erfolg, auch am Rekord, sieht man, wie sauber wir das Projekt vorbereitet und abgewickelt haben. Ich überlasse nichts dem Zufall.

Wie lange soll das noch so weitergehen?

Bis ich der verrückteste Motorradfahrer der Welt bin, so lange mache ich das.

Und der sind Sie wann …?

Wenn ich die weltweit erste Fahrt auf einem Motorrad in der Troposphäre gemacht habe. Ein Helikopter, eine Black Hawk, wird ein Seil in 4500 Meter Höhe bringen, auf dem ich dann hochfahre.

Wann ist es so weit?

In ein, zwei Jahren. Da habe ich einen Bekanntheitsgrad erreicht, dass es sich auch lohnt.

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Artikel 10. Oktober 2015 - 00:04 Uhr
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