Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 19. September 2014, 01:43 Uhr

Linz: 17°C Ort wählen »
 
Freitag, 19. September 2014, 01:43 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Hintergrund: Bis zu zwei Jahren Haftstrafe für fahrlässige Körperverletzung

hintergrund

Eine Notwehrsituation kommt wohl nicht in Frage.}A. BirklbauerStrafrechtsexperte Bild: Privat

Welche strafrechtlichen Konsequenzen könnte es für jenen Pensionisten geben, der aus Angst vor Einbrechern irrtümlich auf einen Verwandten geschossen haben soll? „So wie es derzeit aussieht, ist ein ungezielter Schuss, quasi als Warnung in die Finsternis abgegeben worden“, sagt Alois Birklbauer, Professor am Institut für Strafrecht an der Linzer Uni.

Eine Notwehrsituation komme nicht in Frage, da es keinen gegenwärtigen oder unmittelbar drohenden Angriff auf den Pensionisten oder dessen Eigentum gab.

Hinterfragt werden könne, ob der Pensionist eventuell glaubte, konkret und unmittelbar durch Einbrecher bedroht zu werden, was strafrechtlich als Putativnotwehrsituation gewertet werden könne, sagt Birklbauer. „Wenn jemand in so einer Situation, in der er keinen Angreifer wahrnehmen kann, bloß einen Schreckschuss abgibt, um einen anderen zu verscheuchen, liegt auch keine irrtümlich angenommene Notwehrsituation vor“, sagt der Professor.

Zu prüfen bleibe daher die Strafbarkeit einer fahrlässigen Körperverletzung, die ein solcher Warnschuss zur Folge habe. „Einen bedingten Vorsatz, jemanden zu verletzen, würde ich hier bei der Warnschussabgabe nicht unterstellen“, sagt Birklbauer. Da es aber doch ein Schuss in die Finsternis gewesen sei, sei von einer fahrlässigen Körperverletzung unter besonders gefährliche Verhältnissen auszugehen. „Einfach blind vom Balkon zu schießen, zeugt schon von besonders gefährlichen Verhältnissen.“ Erweise sich die Körperverletzung noch als schwer, sei der Paragraf 88 Absatz vier, zweiter Fall zu prüfen. Der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahren Haft. (staro)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Neuen Kommentar schreiben

  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.
Als Autor des Kommentars scheint Ihr gewünschter Benutzername auf.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername
Gewünschtes Passwort
Wiederholung Passwort
E-Mail
Anrede
  Frau    Herr 
Vorname
Nachname
OÖNcard / Kundennummer (optional)
Handynummer
 
/
 

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1? : 


Artikel 27. August 2010 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Wo Helfer und Retter glänzende Augen bekommen

WELS. 170 Aussteller aus sieben Ländern präsentieren von kommenden Donnerstag, 25., bis Samstag, 27.

Anteil von Jungen ohne Job und Ausbildung sinkt

LINZ / WELS. Ende August betrug die Jugend-Arbeitslosigkeit in Oberösterreich 6,3 Prozent – um fünf ...

Sänger, Stöbler, Präsident

Die Volkskultur-Karriere ist Herbert Scheiböck in den Schoß gefallen

"Es muss etwas Besseres nachkommen"

Der Leiterin des Architekturforum Oberösterreich (afo), Gabriele Kaiser, wäre persönlich der Erhalt der ...

So soll die neue Donaubrücke aussehen

LINZ. Pariser Architekten erhalten Zuschlag für die neue Linzer Eisenbahnbrücke.
Meistgelesene Artikel   mehr »