Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 23. Juli 2016, 13:06 Uhr

Linz: 27°C Ort wählen »
 
Samstag, 23. Juli 2016, 13:06 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Hintergrund: Bis zu zwei Jahren Haftstrafe für fahrlässige Körperverletzung

hintergrund

Eine Notwehrsituation kommt wohl nicht in Frage.}A. BirklbauerStrafrechtsexperte Bild: Privat

Welche strafrechtlichen Konsequenzen könnte es für jenen Pensionisten geben, der aus Angst vor Einbrechern irrtümlich auf einen Verwandten geschossen haben soll? „So wie es derzeit aussieht, ist ein ungezielter Schuss, quasi als Warnung in die Finsternis abgegeben worden“, sagt Alois Birklbauer, Professor am Institut für Strafrecht an der Linzer Uni.

Eine Notwehrsituation komme nicht in Frage, da es keinen gegenwärtigen oder unmittelbar drohenden Angriff auf den Pensionisten oder dessen Eigentum gab.

Hinterfragt werden könne, ob der Pensionist eventuell glaubte, konkret und unmittelbar durch Einbrecher bedroht zu werden, was strafrechtlich als Putativnotwehrsituation gewertet werden könne, sagt Birklbauer. „Wenn jemand in so einer Situation, in der er keinen Angreifer wahrnehmen kann, bloß einen Schreckschuss abgibt, um einen anderen zu verscheuchen, liegt auch keine irrtümlich angenommene Notwehrsituation vor“, sagt der Professor.

Zu prüfen bleibe daher die Strafbarkeit einer fahrlässigen Körperverletzung, die ein solcher Warnschuss zur Folge habe. „Einen bedingten Vorsatz, jemanden zu verletzen, würde ich hier bei der Warnschussabgabe nicht unterstellen“, sagt Birklbauer. Da es aber doch ein Schuss in die Finsternis gewesen sei, sei von einer fahrlässigen Körperverletzung unter besonders gefährliche Verhältnissen auszugehen. „Einfach blind vom Balkon zu schießen, zeugt schon von besonders gefährlichen Verhältnissen.“ Erweise sich die Körperverletzung noch als schwer, sei der Paragraf 88 Absatz vier, zweiter Fall zu prüfen. Der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahren Haft. (staro)

Kommentare anzeigen »
Artikel 27. August 2010 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Brandstiftung in Steyr forderte 20 Verletzte

STEYR. Ein Mehrparteienhaus in Steyr ist in der Nacht auf Samstag in Brand gesteckt worden.

Tödlicher Motorradunfall auf beliebter Biker-Strecke

HARTKIRCHEN. Seinen tödlichen Verletzungen erlag ein 34-Jähriger Freitagabend nach einem Motorradunfall in ...

Pensionist nach Kuhattacke in Lebensgefahr

SPITAL AM PYHRN. In akuter Lebensgefahr schwebt jener 79-jährige Steirer, der am Donnerstagnachmittag auf ...

Engpass: Zur Dialyse um Mitternacht

LINZ. Im Linzer Kepler-Klinikum sowie im Klinikum Wels müssen Patienten bisweilen in der Nacht zur Dialyse.

Feuer, Farben, Fröhlichkeit: Finale beim Pflasterspektakel

LINZ. Von den OÖN präsentiertes Straßenkunst-Festival lockt zehntausende Besucher nach Linz.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!