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Oberösterreich

Hauptbahnhof kommt nicht zur Ruhe: Polizei patrouilliert in Vierer-Streifen

LINZ. Junge Asylwerber sind die Problemgruppe. Am Wochenende gab es erneut eine Prügelei.

Ethnische Konflikte und kein Respekt: Das Dilemma mit dem Hauptbahnhof

Keine Woche ohne Zwischenfälle: Die Polizei verstärkte ihre Präsenz rund um den Linzer Hauptbahnhof. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Mit vier bis sechs Mann ziehen die Polizeistreifen ihre Runden auf dem weiträumigen Gelände des Linzer Hauptbahnhofs. „Früher waren die Kollegen oft alleine oder zu zweit unterwegs. Das ist vorbei“, sagt Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter. Die Polizei muss und möchte Stärke zeigen.

Zu viel ist zuletzt am Hauptbahnhof passiert. Seit dem Jahreswechsel verging noch keine Woche, in der es nicht zu einer Schlägerei, einem Raubüberfall oder schweren Sachbeschädigungen gekommen ist.

Erst am Samstag gerieten Asylwerbergruppen aus Afghanistan und dem Irak aneinander. Ein Iraker (18) verprügelte einen Afghanen (20) derart, dass das Opfer im Krankenhaus behandelt werden musste. Vier Tage zuvor hatte die Filiale eines Schnellrestaurants evakuiert werden müssen, weil ein Gast mit Pfefferspray hantiert hatte. Am Wochenende davor war ein 16-Jähriger aus Alberndorf verprügelt und beraubt worden.

In den meisten Fällen, bei denen es zu Gewalt kommt, handelt es sich um Auseinandersetzungen zwischen Asylwerbern, sagt Pogutter: „Wir gehen davon aus, dass es sich um ethnische Konflikte handelt. Wir wissen es aber nicht genau. Die Täter und Opfer reden kaum mit uns“, sagt Pogutter.

Ein Grund für die neuerliche Häufung der Zwischenfälle sei das Wetter: „Die Kälte treibt diese Gruppen alle in den Bahnhof hinein. Dort kommt es dann zu Reibereien. Sobald es wieder wärmer wird, verteilen sie sich auf die umliegenden Parks und kommen sich nicht mehr dauernd in die Quere“, sagt Pogutter. Dazu kommt, dass viele Asylwerber aus dem Umland nach Linz anreisen, um hier Deutschkurse zu absolvieren. Während in den Unterkünften in den Gemeinden darauf geachtet wird, dass beispielsweise Afghanen und Tschetschenen nicht gemeinsam wohnen, treffen sie am Bahnhof aufeinander – und die Polizei steht zwischen den Fronten.

Zusätzliche Polizeistreifen

Neuerlich wurde nun die Polizeipräsenz verstärkt. Bis zu 15 Beamte versehen am Nachmittag gleichzeitig Dienst. Zusätzlich werden Streifen anderer Dienstposten, wann immer es möglich ist, beim Hauptbahnhof vorbeischauen. „Wir machen personell alles, was geht“, sagt Pogutter. Aber auch die verstärkte Präsenz zeigt nicht immer Wirkung, weiß der Offizier aus Erfahrung: „Das Problem ist, selbst wenn eine Streife daneben steht, kümmert das diese jungen Männer eigentlich nicht.“

Am Wiener Westbahnhof, wo es seit längerem ähnliche Probleme wie in Linz gibt, haben ÖBB und Polizei gemeinsam Maßnahmen ergriffen. Das Gratis-WLAN wurde abgestellt. Dadurch soll der Bahnhof seinen Reiz für die jungen Männer verlieren. Seit drei Wochen läuft der Versuch. Ob auch in Linz eine solche Internetsperre kommen wird, soll nun geprüft werden: „Wenn es sinnvoll ist und der Sicherheit dient, werden wir das umsetzen“, sagt ÖBB-Sprecher Karl Leitner. (hip)

 

Alkoholverbot

Zwischen 22 und 6 Uhr soll es am Hauptbahnhof ein Alkoholverbot geben, forderten der Linzer FP-Stadtrat Detlef Wimmer und VP-Klubobmann Martin Hajart nach den jüngsten Zwischenfällen. Die ÖBB stehen dieser Idee eher skeptisch gegenüber. „Zahlreiche Gastronomiebetriebe haben sich am Bahnhof eingemietet, für sie wäre ein Verbot wohl ein Problem“, sagt ÖBB-Sprecher Karl Leitner.

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Artikel 13. Februar 2017 - 00:05 Uhr
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