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Oberösterreich

Happy End im Fall Komani, aber die „Familie hat hohen Preis gezahlt“

WIEN/STEYR. Seit dieser Woche ist klar: Die Familie Komani darf in Österreich bleiben. Die Aufenthaltsbewilligung für August Komani und seine beiden Töchter wurde erteilt. Doch die Abschiebung ist nicht vergessen, sie hat tiefe Spuren hinterlassen.

Happy End im Fall Komani, aber die „Familie hat hohen Preis gezahlt“

Hans Jörg Ulreich (Betreiber des „Freunde-Schützen -Hauses“ in Wien), Karin Klaric (Rechtsberaterin der Familie) und Bernard G. (Bruder von Vera Komani) Bild: rofi

„Es war ein schwerer Weg“, sagt Bernard G., der Bruder von Vera Komani, leise und mit dünner Stimme. Freudenstimmung sieht anders aus. Die vergangenen Wochen haben auch bei ihm tiefe Spuren hinterlassen. Er, der in Wien lebt und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, ist seinen Verwandten beigestanden, als sie das Land verlassen mussten, und er tut es auch jetzt.

Sein Schwager August und die Zwillinge leben derzeit im „Freunde-Schützen-Haus“ gemeinsam mit fünf weiteren Familien. „Sie bleiben in Wien und werden in nächster Zeit nicht nach Steyr zurückkehren“, sagt ihr Bruder. Das sei ihr ausdrücklicher Wunsch. Der Familie gehe es zurzeit etwas besser. Seine Schwester habe hier einen Vertrauensarzt gefunden. Vera Komani befindet sich nach wie vor im Krankenhaus und unter starkem Medikamenteneinfluss. Nachdem dem Vater und den Zwillingstöchtern die Aufenthaltsbewilligung zugesprochen wurde, soll nun auch für die Mutter ein entsprechender Antrag gestellt werden. Sie war aufgrund akuter Selbstmordgefahr nicht abgeschoben worden. Ihr Zustand stabilisiere sich nur langsam, so der Bruder: „In einem Moment wirkt sie ganz normal und lacht, im nächsten weint sie und vergisst, was sie gesagt hat.“

Die wohl tiefsten Spuren hat die Abschiebung bei August Komani hinterlassen. „Er hat sich total verändert. Das kann man sich nicht vorstellen“, sagt Bernard G. Er sei sehr emotional, weine häufig. „Als er wieder in Wien angekommen ist und wir gefragt haben, was er machen möchte, sagte er nur: ,Ich will nichts.‘“ Nur langsam beginne es ihm besser zu gehen. „Ich glaube, er kann es gar nicht glauben, dass er wieder hier ist und hat Angst, dass der Aufenthalt noch immer nicht gesichert ist“, so der Schwager. Den beiden Mädchen geht es nach Auskunft von Bernard G. „ganz prima“. Sie würden ihn immer wieder besuchen und sich auch in der Schule wohl fühlen.

Freunde und Bekannte in Steyr, die versuchen, Kontakt aufzunehmen, bittet der Schwager um Verständnis. Kontakte mit der Familie würden nicht unterbunden, versichert er. „August entscheidet selber und hält auch zu einzelnen Menschen in Steyr Verbindung. Er will aber noch viel Ruhe haben.“

Schlussstrich unter alle Altfälle

Für Karin Klaric vom Betreuerverein „Purple Sheep“ und Rechtsberaterin der Familie ist das Bleiben der Komanis zwar ein Erfolg, hat jedoch auch eine Kehrseite: „Auch wenn eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde, der Schmerz und der Schaden, die die Familie erleiden musste, sind unermesslich.“ Darüber hinaus wolle man für alle gut integrierten und unbescholtenen Familien und Einzelpersonen eine Lösung. Unter all diese Altfälle solle ein Schlussstrich gezogen werden.

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Artikel Von Roswitha Fitzinger 20. November 2010 - 00:04 Uhr
Video

Steyr: Fackelzug für Familie Komani

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