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Oberösterreich

Gmunden will Schwäne mit Mais anlocken

GMUNDEN. Die Traunseestadt will den Schwanenschwund stoppen und kauft deshalb Futtermais zu.

Schwäne

Die Gmundner wurden aufgerufen, die Schwäne zu füttern - mit Maiskörnern. Bild: Spitzbart

Die Gmundner (auch "Schwanenbussis" genannt) lieben Schwäne. Umgekehrt hält sich die Zuneigung derzeit in Grenzen. Während in den Siebzigerjahren noch mehr als 200 Exemplare im Traunsee tümpelten, wurden zuletzt nur noch 41 Tiere gezählt. In der Bezirksstadt wird diese Entwicklung so ernst genommen, dass sich jetzt der Umweltausschuss um den Vogel annimmt.

Experten sehen mehrere Ursachen für den Schwanenschwund. Zum einen gibt es am Traunseeufer nur wenige geeignete Brutplätze für den nordischen Zugvogel, den Adelige vor Jahrhunderten sesshaft machten. Zum anderen ist am Fuß des Traunsteins auch das Nahrungsangebot begrenzt, vor allem im Winter. Schwäne fressen pro Tag bis zu vier Kilogramm Wasserpflanzen, die sie mit ihren langen Hälsen aus einer Tiefe von bis zu einem Meter holen. "Deshalb bevorzugen Schwäne seichte Gewässer", sagt der Gmundner Tierarzt Andreas Hecht. "Der Traunsee mit seinen Steilufern ist nicht ideal."

Jedenfalls wandern die Vögel ab. Beringte Schwäne aus dem Traunsee wurden bereits in Wien, Tschechien und Italien gesichtet. Aus Gmundner Sicht nicht hinnehmbar. "Ich bekomme viele E-Mails von besorgten Menschen, und ich verstehe das auch", sagt VP-Bürgermeister Stefan Krapf. "Der Schwan ist unser heimliches Wappentier."

Deshalb geht Gmunden jetzt in die Schwanen-Offensive: Der Umweltausschuss ruft die Bevölkerung auf, die Vögel zu füttern. Aber nicht mit Brotresten, die den Tieren nicht gut tun. Stattdessen stellt die Stadtgemeinde ab sofort Futtermais zur Verfügung. Er ist für eine freiwillige Spende säckchenweise in der Bürgerservicestelle erhältlich.

Nur im Flachwasser sinnvoll

"Die gelben Körner sind für die Schwäne im Wasser gut sichtbar", sagt Peter Trieb, FP-Obmann des Umweltausschusses. "Außerdem sinken sie auf den Grund, deshalb können nur Schwäne sie erreichen." Das bedeutet aber, dass die Fütterung nur in Flachwasserzonen sinnvoll ist und die Körner nicht ins tiefere Wasser geworfen werden dürfen. Dort freuen sich nur Karpfen über getrockneten Futtermais. Und "Karpfenbussis" wollen die Gmundner nun wirklich nicht genannt werden.

 

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Artikel Edmund Brandner 17. Februar 2017 - 16:59 Uhr
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