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Oberösterreich

Gewerkschaft startet Protest gegen Schulautonomie-Paket

LINZ. Die ersonalvertretung verschickt Plakate an Schulen: "Wir bekommen mehr Zentralismus".

Die Unabhängigen Lehrergewerkschafter fordern zusätzliche Ressourcen, die nach der sozialen Zusammensetzung der Standorte vergeben werden sollen. Bild: Weihbold

Das geplante Schulautonomie-Paket der Bundesregierung ist zwar noch nicht einmal ausverhandelt, die Lehrer-Gewerkschaft wehrt sich aber schon dagegen. Ab heute verschicken die Personalvertreter Informationsplakate an Schulen in ganz Österreich, die gegen die Pläne von Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid (SP) Druck machen. "Wir haben mehr pädagogische Freiheit gefordert – Jetzt bekommen wir mehr Zentralismus", steht auf den Plakaten zu lesen.

Die geplanten Cluster, in denen sich mehrere Schulen zusammenschließen sollen, würden einen Verlust an Freiheit für die einzelnen Schulen bedeuten. Die Möglichkeit, dass Schulen selbst Klassen- und Gruppengrößen bestimmen, sei eine Gefahr, dass die Klassenschülerhöchstzahl durch die Hintertür angehoben werde. "Wir haben uns bisher zurückgehalten", sagt Paul Kimberger, Chef der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft. Aber jetzt sei es Zeit, zu informieren: "Die Reform ist ein pädagogisches Sparpaket. Ich sehe keinen Vorteil für Schüler und Lehrer."

Er fordert Klarstellungen, etwa bei den Clustern: "Die Ministerin sagt in Interviews, dass sich Schulen freiwillig zu Clustern zusammenschließen, im Gesetzesentwurf steht, dass sie angeordnet werden können. Das wäre ein Paradebeispiel für Zentralismus." Sein Schluss: "Die Ministerin weiß offenbar nicht, was in ihrem Entwurf steht."

Bei der Regelung, dass Schulen selbst über Klassengrößen bestimmen können, fordert er "Sicherheitsmaßnahmen". Die Ministerin hatte zugesichert, dass die Höchstzahl von 25 Schülern pro Klasse als Einheit für die Zuteilung von Lehrerstunden bleibe. "Das muss gesetzlich fixiert sein. Hier gäbe es ein gigantisches Einsparungspotenzial."

Weiters spricht sich Kimberger gegen das geplante Streichen von Mitbestimmungsrechten für Eltern und Lehrer aus und will im Gegenzug mehr Kontrolle für die Clusterleiter: "Es darf keine Willkür möglich sein." In den Verhandlungen will er erreichen, dass die Forderungen eingearbeitet werden.

Was wenn nicht? "Jetzt verhandeln wir einmal." Deutlicher wird Sylvia Bäck, Chefin der AHS-Lehrergewerkschaft in Oberösterreich. "Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir sind bereit für Kampfmaßnahmen."

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Artikel Herbert Schorn 30. Januar 2017 - 00:04 Uhr
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