Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 21. November 2017, 12:43 Uhr

Linz: 7°C Ort wählen »
 
Dienstag, 21. November 2017, 12:43 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Gerhard Widmer - Er rechnet mit Beethoven

Er rechnet mit Beethoven

Vom Pianisten zum Top-Forscher Bild: APA

Gerhard Widmer hat es weit gebracht: vom preisgekrönten Nachwuchspianisten zum höchstdekorierten Wissenschafter. Gestern erhielt der 1961 in Dornbirn geborene Computer-Experte als erster Vertreter der Linzer Johannes Kepler Universität den Top-Forschungspreis Österreichs zugesprochen, den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Wittgenstein-Preis 2009.

Begonnen hatte Widmers Karriere mit 13, als er den ersten Preis beim Landes-Instrumentalwettbewerb Vorarlberg am Klavier gewann. Doch mit 15 hatte er von der „ernsten Musik“, speziell von Beethoven, die Nase voll, wandte sich dem Jazz zu. Schließlich entschied er sich für das Informatik-Studium in Wien, das er 1984 mit Auszeichnung abschloss.

Seit 2004 ist er Professor und Vorstand am Institut für Computational Perception der Kepler-Universität, war vorher sieben Jahre außerordentlicher Professor am Institut für Medizinische Kybernetik und Artificial Intelligence der Uni Wien. 1992 gründete er die Arbeitsgruppe für Machine Learning und Data Mining am Österreichischen Forschungsinstitut für Artifi-cial Intelligence in Wien.

Auch heute setzt sich Widmer noch gerne ans Klavier, wagt sich im privaten Kreis sogar an Hasardstücke wie Sergej Rachmaninoffs Prelude in g-Moll. Als Wissenschafter hingegen lässt er spielen – und zwar den Computer. Mit seinen Forschungen an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Musik ist Widmer ein internationaler Pionier.

Er entwickelt Rechenregeln, die den Computer gleichsam zum Diskjockey machen: Mit ihnen kann er riesige digitale Musiksammlungen nach bestimmten Kriterien (Klassik, Rock etc.) durchsuchen, ordnen und abspielen. Eine erste praktische Anwendung ist seit März 2009 auf dem Markt: Ein Audioequipment-Produzent bietet um 5000 Euro die weltweit erste digitale Hifi-Anlage an, die die gespeicherte Musik selbst nach musikalischen Kriterien analysiert und selbstständig Musikprogramme zusammenstellt.

Daneben leistet Gerhard Widmer auch wichtige Grundlagenforschung, die es dem Computer ermöglicht, den Interpretationsstil bestimmter Vortragskünstler zu erkennen und nachzuahmen.

Mit seiner Gattin, einer Psychotherapeutin, und Sohn Emil (9) lebt der Wittgenstein-Preisträger in Wien und Linz. Sein Urteil über Beethoven hat er revidiert: „Er ist längst mein Lieblingskomponist geworden!“ Am meisten begeistert sich Widmer für Beethovens Klaviersonaten: „Weil sie so ungeheuer komplex konstruiert sind!“

Kommentare anzeigen »
Artikel 20. Oktober 2009 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Linzer SPÖ will Flüchtlinge aus der Mindestsicherung nehmen

LINZ. Erstmals gibt es mehr Ausländer als Österreicher unter den Linzer Mindestsicherungsbeziehern.

Vier Drogendealer festgenommen

VÖCKLABRUCK. Im Raum von Vöcklabruck gelang der Polizei ein Schlag gegen die Drogenszene.

Lukas Plöchl versucht sich als Ninja

LINZ/WIEN. Mehrere Oberösterreicher haben am Dienstagabend bei Ninja Warrior Austria ihren großen Auftritt ...

Einbrecher bedrohte Hauseigentümer mit Schraubenzieher

FRANKENMARKT. In einem Haus in Frankenmarkt kam es zur Konfrontation zwischen einem Einbrecher und dem ...

Luchs-Mahnmal im Nationalpark Kalkalpen aufgestellt

KALKALPEN. Ein Mahnmal im Nationalpark Kalkalpen erinnert seit kurzem an die illegal abgeschossenen Luchse.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!