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Oberösterreich

Geplante Stadtseilbahn: Initiatoren haben fast 15 Millionen Euro gesammelt

LINZ. Im Oktober soll die Finanzierung stehen, dann sollen die Genehmigungsverfahren starten.

Der geplante erste Ring führt vom Schlossberg über den Hauptplatz und das Brucknerhaus bis Urfahr. Bild: OÖN-Grafik

Still war es zuletzt geworden um die geplante Linzer Stadtseilbahn. Die Pläne wurden vergangenes Jahr präsentiert, doch sie liegen keineswegs auf Eis, wie Erich Gattringer, Obmann des Vereins "Keplerforum", versichert: "Es tut sich sehr viel, und wir sind auf einem sehr guten Weg."

Derzeit werde intensiv an der Finanzierung des Projekts gearbeitet. "50 Prozent des Gesamtvolumens müssen durch Eigenkapital finanziert werden. Der Rest kommt dann über Kredite von den Banken", erklärt der Initiator. Öffentliches Geld solle für die Stadtseilbahn nämlich keines fließen.

Regionale Investoren

15 Millionen Euro müssen die Projektbetreiber deshalb über Investoren auftreiben. "Wir sind kurz davor und hoffen, die Summe schon im Oktober beisammen zu haben. Die regionale Wirtschaft unterstützt uns sehr stark", sagt Gattringer. Neben der Linz Textil, deren Chef Dionys Lehner sich als Investorensprecher für das Projekt engagiert, seien mit Backaldrin, Plasser & Theurer, Trierenberg und Teufelberger weitere große Unternehmen an Bord. Auch die Vorarlberger Seilbahnfirma Doppelmayr beteilige sich bereits jetzt. "Die Investoren stellen keine Gewinnansprüche, aber sie wollen langfristig natürlich ihr Geld zurück", sagt Gattringer.

Sobald die Finanzierung steht, soll eine Errichtungsgesellschaft gegründet und mit den Genehmigungsverfahren begonnen werden. "Diese könnten im besten Fall in einem halben bis einem Dreivierteljahr erledigt sein", glaubt der Obmann des Vereins "Keplerforum". Zum 400-Jahr-Jubiläum des Dritten Keplerschen Gesetzes, das Johannes Kepler 1618 in Linz errechnet hat, könne mit etwas Glück bereits mit dem Bau des ersten Rings begonnen werden. Dieser soll über vier Stationen vom Schlossberg über das Hauptplatztor, das Brucknerhaus bis zum Urfahranermarkt führen, wo auch ein Parkhaus geplant ist. "Die vier Stationen könnten gleichzeitig gebaut werden. Das würde zehn Monate dauern", sagt Gattringer.

Ein zweiter Ring soll später im Donau-Raum in Richtung voestalpine führen. Etwa 100 kugelförmige Kabinen in Leichtbauweise, die acht Menschen Platz bieten, sollen die Passagiere transportieren.

 

Seilbahnen in Koblenz, Köln und Barcelona

Die geplante Linzer Stadtseilbahn soll als Touristenattraktion, aber auch als Nahverkehrsmittel dienen und somit den Straßenverkehr entlasten. In Europa sind Luftseilbahnen zur Verkehrsentlastung noch unüblich, werden aber vielerorts diskutiert.

In Köln ist von März bis November eine Seilbahn über den Rhein in Betrieb. Berühmt ist die Hafenseilbahn in Barcelona, die auf den Hausberg Montjuic führt und anlässlich der Weltausstellung 1929 errichtet wurde.

Stadtseilbahnen werden meist für Großereignisse errichtet. In Koblenz wurde 2011 zur Bundesgartenschau eine Seilbahn gebaut. Sie ist sehr beliebt, muss aber vielleicht abgebaut werden, weil ihr Weg über Unesco-Weltkulturerbe führt. Berlin hat heuer anlässlich der Internationalen Gartenausstellung IGA eine Seilbahn in Betrieb genommen. Ob sie nach deren Ende im Oktober noch lange in Betrieb ist, steht noch nicht fest.

In Südamerikas Metropolen gehören Stadtseilbahnen dagegen oft zum Stadtbild. Das weltweit größte städtische Seilbahnnetz gibt es in der bolivianischen Hauptstadt La Paz. (mini)

 

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Artikel Stefan Minichberger 13. September 2017 - 00:04 Uhr
Video

Seilbahnprojekt für Linz vorgestellt

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