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Oberösterreich

Fußballerinnen über ihr liebstes Hobby

Kicken, gaberln, Tore schießen: Junge Frauen erzählen, was sie an dieser Sportart fasziniert.

Fußballerinnen über ihr liebstes Hobby

Nora Mauhart aus Traun spielt lieber Fußball als zu tanzen. Bild:

Heute greifen erstmals die Österreicherinnen ins Spielgeschehen der Frauenfußball-Europameisterschaft (EM) in den Niederlanden ein – um 18 Uhr gegen die Schweiz. Doch nicht nur bei der Europameisterschaft schießen Frauen ihre Tore. Auch hier zu Lande wird gekickt. Der größte Verein ist in Linz-Kleinmünchen zu Hause.

Hier spielt auch die dreizehnjährige Nora Mauhart. "Ich spiele seit eineinhalb Jahren beim Verein. Vorher habe ich mit den Buben im Hof Fußball gespielt, die haben sich immer gefreut, wenn ich dabei war", sagt die junge Traunerin. Fußball sei einfach ihr Ding. "Ich würde nie tanzen gehen", sagt Nora Mauhart.

Zuerst war sie Torfrau, jetzt in der U15-Mannschaft ist sie Feldspielerin. "Mein Vorbild war damals Manuel Neuer, und überhaupt sind alle von Bayern München meine Vorbilder." Beim Gaberln schafft sie es 40-Mal hintereinander, "wenn’s gut läuft". Kein Wunder, dass sie beim Wählen der Mannschaften in der Schule immer als eine der ersten drankommt. "Viele Buben bewundern, dass ich so gut Fußball spiele und auch die Mädchen sind beeindruckt." Dennoch möchte sie Beruflich lieber in die Wirtschaft. "Das Fußballspielen bleibt aber sicher mein Hobby", sagt Mauhart.

Hartes Training, keine Gage

Das gilt ohnehin für fast alle Fußballerinnen. "Wir haben dreimal in der Woche trainiert, am Wochenende war Spiel", sagt Eva-Maria Wirtitsch aus Leonding, die bis vor fünf Jahren bei Union Kleinmünchen in der A-Mannschaft gespielt hat. "Doch während bei den Herren schon in den unteren Klassen Gagen bezahlt werden, gab und gibt es bei uns kein Geld."

Die 32-Jährige ist heute Trainerin der B-Mannschaft in Kleinmünchen. "Es gibt sehr wenige weibliche Trainer beim Frauenfußball. Beim letzten Trainerkurs waren 60 Männer und drei Frauen", berichtet Wirtitsch. Da müsse man sich schon beweisen. "Dann funktioniert es aber gut und sie sehen, dass auch wir Fußballspielen können."

Denn natürlich sei der Frauenfußball nicht mit jenem der Männer vergleichbar. "Die Herren sind schneller, weil sie körperlich überlegen sind", sagt Wirtitsch. Der Frauenfußball werde aber immer professioneller und populärer. Nicht nur, dass die Europameisterschaft im Frauenfußball im Fernsehen übertragen wird, auch die Kickerinnen hier stellen fest, dass die Akzeptanz steigt. "Ich werde immer öfter auf die Ergebnisse unserer Spiele angesprochen, das gab es früher kaum", sagt Vicky Madl (27) aus Leonding. Sie hat acht Jahre in der Bundesliga gespielt und gerade in die B-Mannschaft bei Union Kleinmünchen gewechselt.

Eine echte Fußball-Familie

"Ich komme aus einer Fußball-Familie, mein Papa, meine Geschwister und auch die Mama spielen Fußball", sagt Madl, die schon mit sechs Jahren im Verein – damals in St. Valentin – begonnen hat.

Vicky Madl ist Polizistin und Stürmerin, ihr fußballerisches Vorbild heißt Lionel Messi. Von der EM erwartet sie sich einen echten Aufschwung für den Frauenfußball. "Wir geben alles und bekommen nichts dafür", sagt die 27-Jährige. Im Vergleich mit den Männern passe das einfach nicht.

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Artikel Claudia Riedler 18. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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