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Oberösterreich

Feinstaubbelastung: Bereits mehr Überschreitungen als im Vorjahr

LINZ. Oberösterreichs Bevölkerung ist heuer einer besonders hohen Schadstoffbelastung ausgesetzt. Die Feinstaub-Messstellen weisen bereits jetzt mehr Überschreitungen auf als im gesamten Vorjahr, berichtet der VCÖ.

Linz: Feinstaubbelastung blieb 2016 deutlich unter den Grenzwerten

In Linz sind die Feinstaubwerte auf Rekordhöhe Bild: Erwin Wodicka

Zu einer massiven Verschlechterung der Luftqualität im Vergleich zum Vorjahr kam in vielen Städten Österreichs. Linz hatte bereits an 20 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft, Salzburg an 19 und in Niederösterreich und Wien kam es zu mehr als dreimal so vielen Überschreitungen als im gesamten Jahr 2016. Am stark befahrenen Gürtel in Wien, kam es bei einer fünfminütigen Durchschnittsbelastung zu bis zu 114.000 Partikeln. Zum Vergleich lag der Wert in Verkehrsfernen Orten bei ca. 4.000.

Linz: An 20 von 47 Tagen zu viel Feinstaub

Die höchste  Feinstaubbelastung in Oberösterreich weist Linz auf: An bereits 20 Tagen waren zu viel Feinstaub in der Luft. Nach Linz hatten Lenzing, Enns und Vöcklabruck innerhalb Oberösterreichs die zweithöchste Feinstaubbelastung mit jeweils 16 Überschreitungen.

"Österreichs Bevölkerung ist einer viel höheren Schadstoffbelastung ausgesetzt als im Vorjahr", sagt VCÖ Expertin Ulla Rasmussen. Vor allem Verkehr, Industrie und Hausbrände zählen zu den Hauptverursachern für zu hohe Schadstoffwerte. Eine Gesundheitsgefahr stellen vor allem Kleinstpartikel wie Ultrafeinstaub dar. Denn sie gelangen im Gegensatz zu grobkörnigerem Feinstaub bis in die Lungenbläschen und den Blutkreislauf, wodurch Lungenschäden und Herzerkrankungen begünstigt werden können.

Laut VCÖ brauche es einige Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung. Wichtig sei zum Beispiel eine Umstellung des aktuellen Messsystems, bei dem die Anzahl und nicht nur das Gewicht der Partikel gemessen wird. Außerdem wäre eine Verringerung des Kfz-Verkehrs unumgänglich für bessere Luftwerte. "Die umweltfreundlichen Mobilitätsanbote sind vor allem in den Ballungsräumen rascher und stärker als geplant auszubauen. Dort, wo es gute Bahnverbindungen gibt, steigen viele gerne vom Auto auf die Bahn um", erklärte die VCÖ-Expertin Rasmussen.

"Gesundheitsschädlich auch unterhalb des Grenzwertes"

Auch ein Ausbau der Radinfrastruktur bzw. eine ersatzweise Verwendung von Elektrofahrrädern statt Autos, könne helfen, um die landesweite Feinstaubbelastung zu reduzieren. Eine Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen muss schnell vorangetrieben werden, denn:"Je früher das Verbrennen fossiler Energieträger, wie Heizöl, Kohle oder Diesel und Benzin beendet wird, umso weniger Schadstoffe gelangen in unsere Luft", so VCÖ-Expertin Rasmussen.

"Die bestehenden Feinstaub-Grenzwerte sind ein politischer Kompromiss. Gesundheitsschädlich sind die Partikel auch unterhalb des Grenzwertes" sagte VCÖ Expertin Rasmussen. Dieselruß wurde beispielsweise bereits 2012 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuft.

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Artikel nachrichten.at 17. Februar 2017 - 11:59 Uhr
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